David Garrett begeistert in der Philharmonie Essen

Locker vom Barhocker: David Garrett beim  Konzert in der Philharmonie Essen  zusammen mit seinem  Klavierpartner Julien Quentin. Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services
Locker vom Barhocker: David Garrett beim Konzert in der Philharmonie Essen zusammen mit seinem Klavierpartner Julien Quentin. Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services
Foto: WAZ
  • David Garrett bietet in Philharmonie nach Brahmsabend vor Jahresfrist diesmal das bewährte gemischte Programm
  • Zwischenapplaus gab es schon nach dem 2. Satz; viele dachten wohl, das sei’s gewesen
  • Dem Stargeiger waren Jubel und Standing Ovations in Essen gesichert - Heiratsanträge aus dem Publikum auch

Essen. Ja, als Star darf man im zarten Alter von 35 Jahren schon mal die erste Biographie in Angriff nehmen. Zumal wenn einer so viel zu erzählen hat wie David Garrett. Der schönste Geiger der Welt, der – auch jetzt in der vollbesetzten Essener Philharmonie – auf offener Bühne von kreischenden weiblichen Fans mit Heiratsanträgen attackiert wird, macht sein Recital 2016 nach eigenem Bekunden zum „Soundtrack“ seines Lebens.

Lässiges Outfit und viele Dankesworte

Die Deutschlandtournee ist nahezu ausverkauft, ein paar Restkarten gibt’s für über 100 Euro. Und dafür bietet er diesmal, nach einem lupenreinen Brahmsabend vor Jahresfrist, das bewährte gemischte Programm. Nicht ohne in lässigem Outfit und lockerer Moderation mit Dank zu sparen – an seine Eltern, an seine renommierten Lehrer wie Zakhar Bron oder Ida Haendel, an die berühmten Geiger, mit denen er schon zusammenspielen durfte.

Die wichtigste Botschaft indes kam über sein Instrument, denn trotz allem Showbusiness, Werberummel und effektvollem Crossover, über den Puristen gern die Nase rümpfen, hat David Garrett das Geigen nicht verlernt. So setzte er dem Publikum zunächst als Hauptgericht die halbstündige A-Dur-Sonate von César Franck vor: mit aristokratischem, fein gezogenem Ton, attitüdenfrei, urromantisch und im besten Einvernehmen mit seinem Klavierpartner Julien Quentin. Zwischenapplaus gab es schon nach dem 2. Satz; viele dachten wohl, das sei’s gewesen.

Nach der Pause dann Fingerfood: die heiß erwarteten Bravourstücke à la Sarasate am laufenden Band, vom Barhocker aus serviert. Der „Hummelflug“ mit blitzsauberen Sechzehntelläufen im flotten Vivace, Antonin Dvořáks Humoreske als herziges Salonstück, Fritz Kreislers saftige Barock-Hommage. Und mit sprühendem technischem Feuerwerk in Montis „Csardás“ oder Bazzinis „Tanz der Kobolde“ waren Jubel und Standing Ovations gesichert. Die nächsten Heiratsanträge auch.

 
 

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