Essenerin gewinnt mit Blutwurststrudel WAZ-Aktion

Dominika Sagan
Das Isst der Pott - Die Essenerin Karla Wesche-Thomas landete mit ihrem Blutwurststrudel auf platz eins der WAZ Aktion.
Das Isst der Pott - Die Essenerin Karla Wesche-Thomas landete mit ihrem Blutwurststrudel auf platz eins der WAZ Aktion.
Foto: Jakob Studnar
Karla Wesche-Thomas landete mit ihrem Blutwurst-Gericht auf Platz eins. Die schönste Erfahrung sind für die Hobbyköchin viele nette Reaktionen.

Essen. „Viel Erfolg“, riefen die Nachbarn Karla Wesche-Thomas auf der Straße in Kray in der vergangenen Woche immer wieder zu. Da waren es noch einige Tage bis zum großen Finale der WAZ-Kochaktion im Oberhausener Centro. Die Finalistin selbst gab sich zu dem Zeitpunkt ganz gelassen, wie beim Walken mit der Freundin. Als sie jedoch am Samstag die riesige Bühne und hunderte Zuschauer davor erblickte, „war mein Puls ganz oben“. Ganz oben auf Platz eins landete auch ihr Gericht: Blutwurststrudel mit süß-sauren Äpfeln.

„Obwohl ich beim Kochen auf der Bühne erst alles falsch gemacht habe“, sagt Karla Wesche-Thomas über ihr anfängliches Lampenfieber, weshalb sie zunächst die gehackten Zwiebeln in die kalte Pfanne ohne Fett schmiss. Am Ende des Wettbewerbs aber wird ihr nicht dieses Missgeschick in Erinnerung bleiben, sondern die vielen Reaktionen von Freunden aus Hamburg, Spanien und Südfrankreich, die die Berichte über die Hobbyköchin gespannt im Internet verfolgten. Der gesamte Tennisclub drückte ihr die Daumen sowie die Schüler, denen die Übersetzerin und Dolmetscherin Nachhilfe in Englisch und Französisch gibt. Zwei ihrer Koch-Konkurrentinnen aus Essen unterstützten sie in Oberhausen und verabredeten sich gleich mit ihr zum Abendessen. „Das alles tat so gut und hat mir ein warmes Gefühl gegeben“, sagt die 59-Jährige.

Ihre Gäste zu Hause überrascht sie gern mit leckeren Speisen. Rezepte hat sie von ihren Reisen nach Griechenland, Spanien oder Thailand mitgebracht. Jetzt aber wollen alle das Gewinner-Gericht probieren: Per Handynachricht laufen die ersten Wünsche ein. Und auch im Tennisverein soll es bald einen Blutwurststrudel-Abend geben. Entdeckt hat Karla Wesche-Thomas dieses Rezept in einer Fernseh-Kochshow, hat es verfeinert und als die WAZ zu der Aktion aufrief „da habe ich mich an einem verregneten Samstag vor den PC gesetzt und habe es aufgeschrieben“, nicht ahnend, welchen Rummel diese Mail nach sich ziehen sollte. Inzwischen gibt es sogar das passende Lied zur Speise: „Glück auf, Glück auf, der Strudel kommt...“, sagt sie und lacht: „Das ist mir beim Haareföhnen eingefallen“ – gesungen hat sie es dann sogar auf der Koch-Bühne.

Und das Lieblingsessen der Siegerin? „Ochsenbäckchen esse ich gern, ich mag aber alles“, sagt Karla Wesche-Thomas. Backen hingegen mochte sie lange Zeit überhaupt nicht. Schuld waren riesige Mengen Butter- und Zitronencreme in der Bäckerei und Konditorei ihrer Eltern. Abgeschreckt haben sie in der Kindheit auch die Schattenmorellen für die Schwarzwälder Kirschtorte, die per Lkw-Fuhren kamen und alle entkernt werden mussten.

Jetzt im Finale, als das richtige Messer für die Äpfel fehlte, hat ihr Profikoch Nelson Müller geholfen. Er habe ihr Tipps gegeben („den Strudel von den kurzen Seiten her aufrollen“), habe geschält und geschnippelt. „Ich glaube, er hat mehr gemacht als ich“, sagt Karla Wesche-Thomas. Gewonnen hat sie nun einen Kurs in seiner Kochschule. Gerechnet habe sie mit diesem Sieg nicht: „Darauf gehofft schon.“