„Das isst der Pott“ in Essen: Blutwurst, Kohle und Löwenzahn

Für die 1. Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Karla Wesche-Thomas in Essen-Kray besucht.

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Hobbyköchin Karla Wesche-Thomas aus Essen-Kray schätzt die regionale Küche. Zu einer gelungenen Tafel gehört für sie eine passende Deko mit Pfiff.

Essen.. Aufgewachsen ist Karla Wesche-Thomas in Velbert, aber im „Pott“ – genauer gesagt in Kray – hat sie nach mittlerweile 37 Jahren längst Wurzeln geschlagen. Auch bei der Wahl ihres Leibgerichts kokettiert die Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch und Französisch mit dem rauen, vom Bergbau geprägten Charme dieses Landstrichs. „So schwarz wie die Kohle, so deftig wie der Ruhrpottler“ umschreibt sie ihren „Blutwurststrudel“. Ein Leibgericht, das die sie in der TV-Show „Das perfekte Dinner“ entdeckt und nach eigenem Gusto verfeinert hat.

„Ich schiebe es erst in den Ofen, wenn die Gäste eingetrudelt sind“, verrät die 59 Jahre alte Hobbyköchin. Die Vorliebe für gutes Essen prägten ihre Eltern. „Sie besaßen eine Bäckerei und Konditorei.“

Hausgemachter Brombeer-Essig zählt zu den Highlights

Das Wandtattoo in der schicken Küche im Reihenhaus auf dem Tübbingweg gibt ihre Feinschmecker-Philosophie wieder. „Essen ist ein Bedürfnis. Genießen ist eine Kunst“ steht dort – ein Ausspruch des Moralisten La Rochefoucauld. Den Genuss auf dem Teller steigert die Krayerin, indem sie großen Wert auf die Wahl der Zutaten legt. Auf ihrem Einkaufszettel stehen bevorzugt regionale Produkte sowie saisonales Gemüse und Obst – gerne vom Wochenmarkt. „Ich käme nie auf die Idee, im Dezember Erdbeeren zu kaufen.“

Auf die komfortable Arbeitsfläche aus geschliffenem Granit hat sie eine dekorative Komposition aus verschiedenen Sorten Öl und Essig gestellt. Zu den Highlights zählt zweifelsohne der hausgemachte Brombeer-Essig. Die Wildfrüchte erntet sie vor der Haustür. Als begeisterte Walkerin und Waldläuferin weiß sie, wo entlang der Strecke die beste Brombeere gedeiht. Die gewaschenen, in Balsamico gelegten Früchte werden zerstampft, nach drei bis vier Tagen püriert und gesiebt. Kurz mit Rohrzucker sieden lassen und in eine schöne Flasche abfüllen – fertig ist die feine Essigkreation à la Karla.

Pfiffige Deko ist unverzichtbar

Die Hobbyköchin stöbert gerne in Kochbüchern, hat sich aber auch durch Reisen insbesondere in Mittelmeerländer oder nach Fernost inspirieren lassen.

Die Leidenschaft für gutes Essen und Kochen teilt Karla Wesche-Thomas seit jeher mit anderen. „Ich habe gerne Gäste und bewirte gerne.“ Unverzichtbar für eine gelungene Tafel ist eine pfiffige, dem jeweiligen Anlass entsprechende Deko. Passend zum herzhaften „Ruhrpott“-Gericht hat sie glänzende Kohlenstücke und frisch gepflückten Löwenzahn auf die blütenweiße Tischdecke gelegt. Neben der kohlenschwarzen Serviette liegt eine handgeschriebenes Kärtchen mit dem freundlichen Gruß „Das isst der Pott – Glückauf“. Als das Gericht endlich serviert ist, schenkt sie frisches Essener Pils ins Tulpenglas. „Was denn sonst?“, sagt sie augenzwinkernd.

Zur Seite mit allen bislang veröffentlichten Essener Folgen "Das ist der Pott". / Zu Rezepten und Videos der Serie "Das ist der Pott" aus anderen Städten.

 
 

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