Essen

Essen: Studentin mit diesem wichtigem Appell in Corona-Zeiten - „Wenn die Leute...“

Wegen des Coronavirus sind Blutspenden wichtiger denn je. Studentin Carolina Häckner geht mit gutem Beispiel voran.
Wegen des Coronavirus sind Blutspenden wichtiger denn je. Studentin Carolina Häckner geht mit gutem Beispiel voran.
Foto: Marcel Storch/DER WESTEN

Essen. Drei Menschen stehen in der Schlange, mit dem in Tagen des Coronavirus gebotenem Abstand. Doch hier gibt es nicht etwa was zu holen, sondern sie wollen etwas geben. Die Letzte in der Reihe ist Carolina Häckner (25). Sie steht an, um Blut zu spenden.

Die Essenerin studiert eigentlich medizinische Biologie, doch die Unis sind seit letzter Woche dicht. Also nutzt Carolina die Zeit zum Blutspenden. „Ich mache das öfter, war zugegebenermaßen vor einem halben Jahr das letzte Mal spenden."

Coronavirus: Essener Studentin hofft auf Vernunft

Zuletzt häuften sich die Berichte von fehlenden Blutvorräten. Also machte sich die Studentin auf. Angst hat sie nicht. Viel mehr sorgt sie sich um etwas anderes: „Es macht mich ein bisschen traurig, dass einige Leute die Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht so ernst nehmen. Wenn die Leute so weitermachen, geht es uns wie Italien."

Doch für Carolina heißt es erstmal: Blut lassen. Die Blutspendedienste haben ihre ohnehin hohen Hygienestandards nochmal erhöht, Desinfektionsmittel am Eingang aufgestellt und messen vor dem Spenden Fieber. Und sie bieten etwas, was seit der rasanten Verbreitung des Coronavirus rar geworden ist: Desinfektionsmittel. Zur Belohnung gibt es nicht nur ein Lunch-Paket zum Mitnehmen, sondern auch ein Fläschchen Sterilium.

Desinfektionsmittel nach dem Blutspenden

Eine Entscheidung, die keinesfalls dem Coronavirus geschuldet ist. „Wir haben immer wechselnde kleine Geschenke als Dank. Und vor einem Jahr fiel die Entscheidung auf Desinfektionsmittel. Das kann man ja immer gut gebrauchen", erklärt Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienst West. Derzeit mehr denn je.

----------------------

Mehr Neuigkeiten zum Coronavirus:

Coronavirus: Polizei Berlin fassungslos! „Verhältnisse wie...“

Coronavirus: Robert-Koch-Institut mit Impstoff-Prognose – und dringender Warnung: „10 Millionen Infizierte, wenn...“ ++ Mega-Event fällt aus

Coronavirus: Sky kommt Kunden entgegen – profitierst bald auch DU davon?

----------------------

Blutknappheit in Bayern, Welle der Solidarität in NRW

Anders als in Bayern, wo Experten des Blutspendedienstes angesichts von knappen Blutreserven Alarm schlugen, ist die Situation in NRW vergleichsweise gut. „Wir erleben in den letzten Tagen eine riesige Welle der Solidarität, das ist wirklich wunderschön mitzuerleben", so der Sprecher. Nach Karneval, als die Corona-Krise langsam auch in Deutschland Fahrt aufnahm, gab es auch im Gebiet West, das neben NRW auch das Saarland und Rheinland-Pfalz umfasst, einen bis zu 20-prozentigen Rückstand zu dem, was für eine adäquate Versorgung benötigt wird.

Es fehlen die Blutspendelokale

„Doch aktuell zeigen sich die Menschen sehr solidarisch. Das kann man nicht hoch genug anerkennen", sagt Küpper. Doch dafür sieht er ein anderes Problem. Die Spendenlokale brechen allmählich weg. „Die Verunsicherung ist derzeit natürlich groß. Deshalb werden viele Blutspendeaktionen derzeit nicht genehmigt." Das stellt den DRK vor Probleme. „Ein Dach über dem Kopf ist der erste Pfeiler in der Versorgungskette. Wenn das wegbricht, haben wir am Ende kein Blut."

Küpper und Kollegen versuchen es mit Aufklärung, um so die täglich für ihr Gebiet nötigen 3500 Blutspenden sicherzustellen. Er kann sagen: „Blutspenden ist für Empfänger und Spender nach wie vor sicher. Es ist kein Fall bekannt, wo durch eine Transfusion der Coronavirus weitergegen worden wäre."

Wer sich gesund fühlt, kann spenden

Auf Corona getestet werden kann vor dem Blutspenden allerdings nicht. „Das ist leider nicht darstellbar. Dazu fehlen uns die Tests. Außerdem müsste man 24 Stunden auf ein Ergebnis warten." Es bleibt vorher gut zu informieren. Wer sich nicht gut fühlt oder aus einem Risikogebiet heimgekehrt ist, der darf nicht spenden.

Blutspenden ist wichtiger denn je und ein kleines Zeichen der Solidarität in diesen turbulenten Zeiten.

Benötigst du in dieser außergewöhnlichen Zeit Unterstützung? Dann schreibe eine Mail an wirhelfen@derwesten.de oder schaue in unserer Facebook-Gruppe zum Thema Coronavirus im Ruhrgebiet vorbei:

 
 

EURE FAVORITEN