Contemporary Art Ruhr versammelt Kreative auf Zollverein

Fenster zum Welterbe: Wer im Sanaa-Gebäude steht, hat die Zollverein-Kulisse ebenso im Blick wie Malerei und Skulptur der C.A.R.-Künstler. Foto:Sebastian Konopka
Fenster zum Welterbe: Wer im Sanaa-Gebäude steht, hat die Zollverein-Kulisse ebenso im Blick wie Malerei und Skulptur der C.A.R.-Künstler. Foto:Sebastian Konopka
Foto: FUNKE Foto Services
Kunstmesse C.A.R. erweitert in ihrer 9. Auflage das Spektrum: mehr Künstler,mehr Ausstellungsorte. Galerien sind vom Zollverein-Ambiente begeistert

Bunte Blätter gucken ist an diesem Wochenende nicht nur draußen angenehme Pflicht. Zum neunten Mal lädt die Contemporary Art Ruhr, kurz C.A.R., auf dem Welterbe Zollverein zum Ausflug ins Farbenreich. Größer, vielfältiger und nach Ansicht langjähriger Teilnehmer dazu auch um einiges qualitativer präsentiert sich die größte Kunstmesse der Ruhr-Region an diesem Wochenende in gleich fünf Gebäuden. Bis einschließlich Sonntag haben Galerien aus dem In- und Ausland Malerei, Skulpturen, Installationen und Fotografie von mehr als 300 Teilnehmern im Gepäck. Neben den Hallen 12 und 5 sowie dem Sanaa-Gebäude kann man Kunst erstmals auch in den Zollverein-Hallen 6 und 8 besichtigen.

In Halle 8, einem der letzten unsanierten Welterbe-Gebäude gleich neben dem Design-Zentrum, hat der Grieche Jannis Markopulos seine Kunstinstallation „Air Visible – Midsummer Night’s Dream“ aufgebaut. Artefakte von der antiken Büste bis zur verfremdeten Axt baumeln da kopfüber an drei riesigen Schaukeln oder Galgen – die jeweilige Assoziation bleibt dem Betrachter überlassen. Die XXL-Arbeit ist ein Extra der Kunstmesse, die ansonsten vor allem Kleinformatiges zu erschwinglichen Preisen präsentiert. Als private Kunstmesse für Einsteiger mit entsprechender Preisgestaltung hat sich die C.A.R. etabliert.

Das Angebot bewegt sich zwischen drei- und fünfstelligen Summen. Geboten wird dafür vor allem Marktgängiges, das allzu Experimentelle, Kopflastige bleibt der Medienkunst-Ausgabe der C.A.R. im Sommer vorbehalten. Dafür präsentiert sich die Malerei in allen ihren Facetten, vom tosenden Seestück bis zum klassischen Akt, von der Acrylmalerei auf ausrangierten Holzbrettchen bis zum hypnotisch-anziehenden Gorilla-Portrait. Heike Federn schafft mit „Hirtin Amazon II“ eine augenzwinkernde Brücke zwischen traditioneller Malerei und Online-Handel. Man sieht Sophia Loren als jugendliche Pretty im pinken Punkte-Rahmen und den Imbiss im Park als impressionistisches Farbenspiel.

Neben vielen langjährigen Ausstellern gibt es auch Neuzugänge wie die Kölner Galerie Bont Art, zuletzt regelmäßig Gast der „Art Fair in Köln. Die sonst praktisch parallel-laufende Konkurrenzmesse am Rhein war in diesem Jahr in den September vorverlegt worden. „Da haben wir einige unserer Sammler vermisst“, erzählt Mitarbeiterin Pia Esch-Renner. Umso begeisterter sei man nun vom lichten, großzügigen Ambiente des Sanaa-Gebäudes.

 
 

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