Essen

Clan-Razzia in NRW: Polizist leistet Widerstand gegen Polizisten – das droht ihm jetzt

Bei der Clan-Razzia in NRW wurde auch eine Anzeige gegen einen Polizisten geschrieben.
Bei der Clan-Razzia in NRW wurde auch eine Anzeige gegen einen Polizisten geschrieben.
Foto: dpa

Essen. Bei der Razzia gegen Clan-Kriminalität in NRW hat ein Polizist Widerstand gegen andere Beamte geleistet. Wie die Polizei Essen bestätigt, wurde gegen ihn deshalb eine Strafanzeige geschrieben.

Der Kommissar-Anwärter war zum Zeitpunkt der Razzia nicht im Dienst und wurde als Teil einer Gruppe von den Polizisten kontrolliert. Weitere Angaben zum Verfahren will die Polizei Essen aktuell nicht machen.

Wie „Bild“ berichtet, war der junge Mann mit Freunden unterwegs. Die hätten die Beamten mit herablassenden Bemerkungen provoziert. Nachdem der Polizist Widerstand leistete, hätten die Beamten ihn festgenommen. Am Morgen durfte er dann nach Hause.

Wie die WAZ berichtet, gebe es keine Hinweise auf Clan-Verbindungen bei dem Kommissaranwärter. Ihm drohen ein Disziplinarverfahren und eine Strafanzeige wegen Widerstands.

+++ Kriminelle Clans im Ruhrgebiet: Innenminister Reul prangert Fehler in der Politik an +++

Razzia gegen Clan-Kriminalität mit über 1000 Polizisten

Die Polizei hatte in der Nacht zu Sonntag die größte Razzia gegen Clan-Kriminalität in der NRW-Geschichte durchgeführt.

+++ Groß-Razzia gegen kriminelle Clans in NRW: Dutzende Festnahmen durch Polizei – „Die Straße gehört denen nicht“ +++

Etwa 1300 Polizisten waren am Samstagabend zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen im Einsatz.

25 Betriebe im Zug der Razzia geschlossen

Insgesamt sind laut NRW-Innenministerium mehr als 1500 Menschen und über 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert worden.

Dabei wurden unter anderem mehr als Hundert Kilogramm unversteuerter Tabak und zehn Waffen beschlagnahmt. 25 Betriebe mussten von den Behörden wegen Baurechts- oder Hygienemängeln sofort geschlossen werden.

+++ Kriminelle Libanesen-Clans – Sicherheitsbehörden verraten: Diese zwei Punkte unterscheiden sie von der Mafia +++

„Diese Nacht hat eine klare Botschaft: Bei uns gilt nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul am späten Samstagabend.

„Shisha-Bars und andere Lokalitäten können eine Kommunikations- und Rückzugsebene für Personen bieten, die aktuell im besonderen Fokus der Polizei stehen“, teilte die Polizei nach der Aktion von Freitagabend mit.

Woher kommen die Clans?

Wenn die Rede von kriminellen Araber-Clans ist, sind meist Mitglieder von Großfamilien mit türkisch-arabischen Wurzeln gemeint. In Deutschland gehören nach Schätzungen des Bundeskriminalamts (BKA) rund 200.0000 Menschen zu solchen Großfamilien.

Die meisten von ihnen sind nicht kriminell. Manche aber haben sich zu mafiösen Gruppierungen zusammengeschlossen, nutzen familiäre Strukturen für kriminelle Geschäfte. (fel)

 
 

EURE FAVORITEN