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Clan-Prozess in Essen: Video wirft jetzt DIESE Frage auf

Clan-Fehde in Essen: Eine Chronologie

Prozess um einen hinterhältigen Schulhof-Angriff in Altendorf, der einen Clan-Clinch auslöste.

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Essen. Nachdem der Clan-Prozess in Essen vergangenen Montag eskaliert war und unterbrochen werden musste, wurde der Prozess am Donnerstag fortgeführt.

Die Schwester des Angeklagten Khalid A. sollte aussagen. Sie soll das Opfer auf den Schulhof gelockt haben. Entscheidende Hinweise könnten dem Clan-Prozess in Essen nun neuen Aufwind geben.

Clan-Prozess in Essen: Khalid A.s Schwester soll Klarheit bringen

Khalid A.s Schwester hat am Donnerstag vor Gericht geschwiegen. Die 17-Jährige war als Zeugin geladen, wobei nun auch gegen sie eine Anklage erhoben worden ist. Denn ihr wird vorgeworfen, das Opfer Mohamed R. auf den Schulhof gelockt zu haben.

Um mehr Klarheit in den Fall zu bekommen, war auch ein Richter als Zeuge geladen. Denn Khalid A.s Schwester war in dem Fall schon mal als Zeugin geladen worden und hatte - im Gegensatz zu Donnerstag - vor diesem Richter eine Aussage gemacht.

Der Richter berichtete am Donnerstag als Zeuge, dass die 17-Jährige damals mit ihrem Vater zum Prozess gekommen sei. Beide hätten nervös gewirkt, die Zeugin außerdem „äußerst angespannt“.

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Dann erinnert sich der Richter: Khalid A.s Schwester habe bei dem Prozess erzählt, sie hätte das Opfer auf dem Schulhof in Altendorf getroffen. Dieses sei mit dem Auto dort hin gekommen.

Etwa fünf Minuten später wären sechs bis sieben Jungs erschienen. Was dann weiter passierte, soll die Zeugin nicht mitbekommen haben. Sie hätte Polizei gesehen - die brutale Prügelattacke auf Mohamed R aber nicht.

In dieser Sache soll sich Zeugin sicher sein

Das einzige, was die 17-Jährige dagegen sicher gewusst hätte: Mohammad S. und Fadi S. sollen zu 100 Prozent bei dem Angriff dabei gewesen sein. Bei Ahmed S. soll sich die 17-Jährige dagegen sicher gewesen sein, dass er nicht dabei gewesen war. Die anderen Täter hätte die Zeugin nicht namentlich benennen können.

Später hätte Khalid A.s Schwester dann das Video gesehen, das den brutalen Angriff auf Mohamed R. zeigt. Die 17-Jährige habe gegenüber dem Richter gesagt, dass sie die Tat schockiert hätte. Diese sei „unmenschlich“ gewesen. Die Zeugin habe dem Richter zudem gesagt, dass sie ursprünglich einen anderen Ort und eine andere Zeit für ein Treffen mit Mohamed R. ausgemacht hatte.

Schließlich setzt die Richterin eine kurze Pause an. Kurz vor Pausenende plötzlich „Alarm“. Mehrere Justizbeamte rennen aus dem Saal in Richtung des Raums, in dem sich die zahlreich erschienen Angehörigen der Angeklagten während der Pause aufhalten, welche als Besucher den Prozess verfolgen. „Es war bloß einen Fehlalarm. Das kommt schon mal vor“, sagt Gerichtssprecher Michael Schütz.

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Nach der Pause spielt die Richterin dann das rund zweieinhalbminütige Video ab, das die brutale Prügelattacke auf Mohamed R. zeigt: Das Opfer, Sohn einer Essener Clan-Größe, liegt dort bereits auf dem Boden, mehrere Jungs schlagen, treten und spucken auf das Opfer ein. Es sind Schreie und Beschimpfungen - auf Deutsch wie auf Arabisch - zu hören.

Ein Dolmetscher übersetzt die Schimpfwörter aus dem Arabischen. „Du Schwuchtel, was willst du, du Hund? Du Sohn einer Hure.“ Diese und andere Beleidigungen sind zu hören, während Mohamed R. offensichtlich vor Schmerzen Schreie von sich gibt und versucht, sich mit seinen Armen zu schützen. Zwischendurch ist zu hören: „Lass ihn doch, es reicht.“ Doch die Jungs prügeln weiter auf das Opfer ein.

Dolmetscher hat möglicherweise wichtigen Hinweis

Dann ruft ein Besucher in den Gerichtssaal: „Falsche Übersetzung. Ich kann viel besser übersetzen.“ Die Richterin ruft zur Ruhe aus. Anschließend läuft das Video weiter. Es fallen immer wieder die Worte: „Du Hund. Du kleiner Bastard.“

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Mohamed R. hat mittlerweile sein T-Shirt verloren. Er ist am gesamten Oberkörper rot, blutet an Armen und Gesicht. Die Angreifer fragen ihn: „Hast du keine Ehre?“ und sagen ihm: „Heute gehst du nackt nach Hause“ und „Ich wünsche dir Blindheit.“

Der Dolmetscher des Videos berichtet außerdem von einem Detail, das entscheidend zu der Sache beitragen könnte. Denn er sagt, dass die Angreifer offensichtlich eine weibliche Person angesprochen hätten.

War der Lockvogel also doch beim Angriff dabei und filmte möglicherweise das Geschehen? Das werden die beiden verbleibenden Prozesstage sowie weiterführenden Ermittlungen zeigen müssen.

 
 

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