Essen

Clan-Kriminalität: „4 Blocks“-Schauspieler erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Heimatstadt Essen

Der Essener Rapper und Schauspieler Veysel Gelin (l.) und Schauspieler Kida Khodr Ramadan bei der Premiere der 2. Staffel der TNT-Serie „4 Blocks“.
Der Essener Rapper und Schauspieler Veysel Gelin (l.) und Schauspieler Kida Khodr Ramadan bei der Premiere der 2. Staffel der TNT-Serie „4 Blocks“.
Foto: dpa

Essen. Mit Clan-Kriminalität kennt Veysel (35) sich aus – zumindest mit fiktiver. Denn auch wenn der gebürtige Essener als Rapper Karriere machte – der große Sprung auf die Weltbühne gelang ihm als Abbas Hamady in der Clan-Erfolgsserie „4 Blocks“.

Nun erhebt Veysel Gelin, wie der Altendorfer Junge mit bürgerlichem Namen heißt, schwere Vorwürfe gegen seine Heimatstadt Essen.

Clan-Kriminalität in Essen: „4 Blocks“-Schauspieler wirft Essen mangelndes Engagement vor

Dass Essen ein Zentrum für Clan-Kriminalität in Deutschland ist, ist für ihn kein Zufall. „Essen versucht gar nicht, die Leute von der Straße zu holen“, klagt Veysel im Gespräch mit DER WESTEN an.

„Deutschland geht es so gut, auch Essen hat das Geld für sowas und so viele engagierte Leute. Doch das Geld wird für alles andere eingesetzt. Statt einem vernünftigen Projekt, um Kinder von Kriminalität abzuhalten, höre ich immer nur Razzia, Razzia, Razzia“, so der Vorwurf des 35-Jährigen, der in der TNT-Serie „4 Blocks“ den brutalen und größenwahnsinnigen Abbas Hamady, Bruder des Chefs einer kriminellen Clan-Familie in Berlin, spielt.

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Sein Heimatviertel Altendorf muss in Veysels Augen besonders unter der mangelnden Bekämpfung der Ursachen von Clan-Kriminalität leiden.

Der Stadtteil im Essener Westen gilt neben Altenessen als Hochburg der Clan-Kriminalität in Essen – der Stadt, die neben Berlin und Bremen am meisten mit kriminellen Mitgliedern arabischer Clan-Familien zu kämpfen hat.

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„Altendorf wird von den Leuten auch schlecht gemacht. Aber das vorhandene Geld wird einfach nicht gut eingesetzt“, schildert Veysel Gelin seine Sicht der Dinge. Die Stadt Essen war für ein Statement zu den Vorwürfen des Schauspielers und Rappers nicht zu erreichen.

Besonders beschäftigt ihn auch die Schließung der Schulen in seiner Geburtsstadt. „Die Gesamtschule Bockmühle war mal die größte Schule in NRW, jetzt wird sie schon wieder verkleinert. Und die Adelkamp-Hauptschule, auf die ich früher gegangen bin, gibt es gar nicht mehr. Meine Erinnerungen wurden einfach ausgelöscht. Ich kann nicht mal meine Lehrer besuchen, wenn ich will. Einfach schade.“

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Auch wenn Veysel Gelin schon einmal wegen eines Tötungsdelikts drei Jahre im Gefängnis saß: Eine Einschätzung, ob die Geschichte von „4 Blocks“ die Realität in Altendorf widerspiegelt, traut er sich nicht zu. „4 Blocks ist Fiktion, wenn auch sehr gute. Wie nah die Geschichte an der Realität ist, kann ich nicht sagen, weil ich mit Clans nichts zu tun habe.“

Polizei Essen: Null-Toleranz-Strategie gegen Clan-Kriminalität

Die Polizei Essen fährt seit 2017 eine Null-Toleranz-Strategie, die sich vor allem gegen kriminelle Mitglieder von arabischen Clans richtet. Seither gibt es eine Vielzahl von Kontrollen, Festnahmen und Razzien gegen Personen und Einrichtungen, die mit Clans in Verbindung gebracht werden.

Erst zu Beginn des Jahres wurden bei der größten Razzia der NRW-Geschichte, an der über 1300 Polizisten im Einsatz waren, mehrere Personen in Essen, Dortmund, Bochum, Mülheim, Gelsenkirchen und Düsseldorf verhaftet (>> hier mehr dazu).