Chemikalienhändler Brenntag zieht im Herbst 2017 nach Essen um

Legten gemeinsam den Grundstein v.l.: Roland Saenger, Steven Holland, Georg Müller (alle Brenntag), OB Thomas Kufen sowie Karsten Beckmann, Rolf Lauer (beide Hochtief).
Legten gemeinsam den Grundstein v.l.: Roland Saenger, Steven Holland, Georg Müller (alle Brenntag), OB Thomas Kufen sowie Karsten Beckmann, Rolf Lauer (beide Hochtief).
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die neue Zentrale der Brenntag entsteht in Rüttenscheid
  • Das neue Gebäude nennt sich „House of Elements“
  • Entwickler Hochtief feierte jetzt mit den Mülheimern Grundsteinlegung

Essen.. Der Umzug von Brenntag nach Essen rückt näher: Auf dem Baufeld im Gruga-Carree drehen sich schon seit Wochen die Kräne. Das auch dank des milden und baufreundlichen Winters. Das neue Firmengebäude für den Mülheimer Chemikalienhändler nimmt bereits soweit Form an, dass Projektentwickler Hochtief und der künftige Mieter Brenntag jetzt Grundsteinlegung feiern konnten. Und da es in Mode gekommen scheint, solchen Projekten einen Namen zu geben, hat Hochtief das Gebäude „House of Elements“ getauft.

Oberbürgermeister Thomas Kufen machte kein Hehl daraus, dass die Ansiedlung von Brenntag ein Coup für Essen ist. „Ich freue mich sehr darüber, dass mit der Brenntag AG ein weiterer Global Player seinen Firmensitz in Essen gefunden hat “, sagte er.

Mit Brenntag gewinnt Essen in der Tat ein Schwergewicht. Mit 10,35 Milliarden Euro Umsatz gehört Brenntag zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland und ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Chemikalienhändler. Das im M-Dax notierte Unternehmen ist international ausgerichtet. Weltweit beschäftigt es 14.000 Mitarbeiter; 90 Prozent von ihnen sitzen im Ausland. In die neue Zentrale in Essen werden 620 Mitarbeiter einziehen. Das Haus bietet derweil Platz für 650 Beschäftigte. Es bleibt also noch Luft zum Wachsen.

Eon, Atos und Hochtief als Nachbarn

Brenntag sitzt seit Jahrzehnten in Mülheim an der A 40. Das Hochhaus ist in die Jahre gekommen und bietet nicht mehr heutige energetische Standards. Sich von dem traditionellen Herkunftsort zu trennen, war dennoch keine leichte Entscheidung. „Aber Mülheim konnte uns nicht das bieten, was wir suchten“, sagte Projektleiterin Gabriele Roolfs-Broihan.

Brenntag hat lange gesucht, bevor es sich für Essen-Rüttenscheid entschieden hat. Über 30 Standorte seien in der Auswahl gewesen. Für das Gruga-Carree hätten mehrere Punkte gesprochen: Die neue Zentrale ist für die Mitarbeiter weiterhin gut erreichbar wegen der Nähe zu Mülheim. Man habe niemandem zumuten wollen, lange zu pendeln, meinte Gabriele Roolfs-Broihan. Hinzu komme die Attraktivität Rüttenscheids mit seinen Restaurants und Geschäften sowie die gute Anbindung über die A 52 an den Flughafen Düsseldorf.

Die künftige Nachbarschaft kann sich auch sehen lassen: Mit Eon, Atos und Hochtief haben sich im Gruga-Carree bereits namhafte Konzerne angesiedelt.

Gewerbeflächen am Standort sind nun alle belegt

Das sechsgeschossige Brenntag-Gebäude wird 20.700 Quadratmeter Bürofläche bieten, 250 Tiefgaragen-Plätze, einen Konferenzbereich sowie eine eigene Kantine. Projektentwickler Hochtief wollte nicht sagen, wie viel Geld der Bau kostet. Das Gebäude solle später an einen Investor verkauft werden, hieß es lediglich. Die Fertigstellung ist für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant. Bevor Brenntag aber die Koffer packt, wird im Herbst dieses Jahres noch Richtfest gefeiert.

Gleich neben der Hochtief-Baustelle errichtet derzeit der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse für den Ablese-Dienstleister Ista ebenfalls eine neue Firmenzentrale. Dort wird nächste Woche die Grundsteinlegung gefeiert. Damit sind alle Gewerbeflächen auf der ehemaligen Festwiese belegt. Der Ruf nach attraktiven Gewerbeflächen dürfte also nicht verhallen. „Wir werden künftig auch Flächen ins Schaufenster legen müssen, die bislang noch nicht so nachgefragt sind“, sagte Kufen.

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