Call-Center-Betreiber Tectum bezieht neuen Standort in Essen

Die Ferrostaal-Hauptverwaltungzwischen Hohenzollern- und Baumstraße.
Die Ferrostaal-Hauptverwaltungzwischen Hohenzollern- und Baumstraße.
Foto: Fremdbild
Der noch zu Jahresbeginn von einer Insolvenz bedrohte Call-Center-Betreiber Tectum mietet sich im Ferrostaalgebäude ein. Nach einem Schrumpfungsprozess soll die Zahl der Mitarbeiter in Essen wieder steigen. Allerdings erstmal nur durch Verlagerung von anderen Standorten.

Essen. Noch vor rund neun Monaten musste der Call-Center-Betreiber Tectum wegen einer drohenden Insolvenz unter einen Schutzschirm schlüpfen. Nun spricht man schon wieder von Expansionsplänen – zumindest in Essen.

Das Gelsenkirchener Unternehmen hat sich in der Stadt einen neuen Standort gesucht. Ende September zieht Tectum von der Dahnstraße 51 am Westbahnhof in Frohnhausen ins repräsentativere Rüttenscheid. Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass es sich Räume im Ferrostaal-Gebäude an der Baumstraße 23 angemietet hat. „Das Gebäude besitzt mit seiner zentralen Lage, der ausgezeichneten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, eigenen Tiefgaragenplätzen sowie den flexiblen Büroflächen die idealen Voraussetzungen“, schwärmte Tectum-Geschäftsführer Matthias Eickhoff über die neuen Räumlichkeiten.

Über 300 der rund 3000 Stellen hatte Tectum in den zurückliegenden Monaten an seinen Standorten im Ruhrgebiet abgebaut, etwa 30 davon in Essen. In Essen in der Dahnstraße arbeiteten zuletzt noch rund 280 Beschäftigte. Trotz der Entlassungen und dem Schrumpfungsprozess setzt Tectum künftig verstärkt auf den neuen Standort in Rüttenscheid. Dort sollen ab Oktober 325 Beschäftigte arbeiten, die von mehreren Standorten der Unternehmensgruppe dort zusammengeführt werden, heißt es.

Das Haus an der Dahnstraße wird mit dem Umzug von Tectum nicht leerstehen. Schon am 1. Oktober nimmt dort Competence Call Center (CCC) seinen Geschäftsbetrieb auf. Das österreichische Unternehmen eröffnet seine erste Niederlassung in Essen und verspricht zunächst 150 neue Arbeitsplätze bis zum Jahresende und insgesamt 400 neue Jobs bis Ende 2014. Man habe sich wegen wegen des großen Pools an geeigneten Bewerbern für Essen entschieden“, hatte das Unternehmen vor wenigen Tagen mitgeteilt.

Essen, Stadt der Call Center? In der 1990er Jahren und Anfang der 2000er Jahre jedenfalls ist die Branche kräftig gewachsen, auch weil viele Unternehmen das telefonische Vertriebsgeschäft auslagerten. Doch seit etwa 2008 stagnieren die Mitarbeiterzahlen in der Branche. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung gibt es derzeit rund 4300 Beschäftigte in Essen. In den Centern arbeiten überwiegend Frauen.