Café Sprenger eröffnet Dependance in Kettwig

Hallo, Kettwig: Mittwoch eröffnete das Café Sprenger an der Schulstraße. Mittendrin: Patrizia Silberbach (3.v.l.), die Chefin.
Hallo, Kettwig: Mittwoch eröffnete das Café Sprenger an der Schulstraße. Mittendrin: Patrizia Silberbach (3.v.l.), die Chefin.
Foto: WAZ FotoPool
Die Macher aus Stadtwald und Rüttenscheid eröffnen eine Dependance in Kettwig. Betrieb ist sieben Tage die Woche, und im Sommer kann man draußen sitzen. Schwerpunkt: Konditorei, feinste Torten aller Art

Essen-Kettwig.. Manche Dinge, die wird es hoffentlich immer geben, denn Essen und Trinken hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen. Die Königsberger Klopse meiner Oma Änne etwa werden auch in 100 Jahren noch unschlagbar sein. Genau wie der Aufgesetzte von Onkel Theo, obwohl der die Rezeptur wohl mit ins Grab nehmen wird, der alte Gauner. Gute Chancen, sogar sehr gute, noch Generationen zu überdauern, haben auch die süßen Sünden. Feinste Torten, etwa der Frankfurter Kranz: Wichtig aber: Sie müssen nicht nur was können, sie müssen außergewöhnlich sein.

Pink ist die Farbe der Wahl

So wie die aus dem Café Sprenger, das seinen Hauptsitz seit Jahrzehnten in Stadtwald und seit 2011 auch eine Konditorei und Pâtisserie in Rüttenscheid hat. Aller guten Dinge sind drei? Man wird sehen, am Mittwoch jedenfalls eröffnete an der Schulstraße in den ehemaligen Rathausarkaden nun auch eine Kettwiger Dependance. Gefühlte siebenhundertsieben Sahneteilchen, die da in den Auslagen lagen und darauf warteten, erst gekauft und dann verputzt zu werden.

„Bei uns gibt’s nix aus der Dose, da werden früh morgens die Kiwis von Hand geschält“, verrät eine, die’s wissen muss: Patrizia Silberbach, Enkeltochter von Karl Sprenger, der einst 1933 auf der Huyssen­allee seine erste Konditorei gründete, nachdem er sich in den feinsten Häusern und auch auf hoher See weit mehr aneignete, als er hier hätte lernen können.

1974 übergab der Vater an den Sohn, fortan leiteten Karl-Heinz Sprenger und seine Anna das Geschäft, das sich an der Frankenstraße längst zu mehr als einem Geheimtipp gemausert hatte.

Dabei ist das Geheimnis gar nicht so geheim: Frische Ware, verarbeitet von Hand und vor allem mit Liebe, denn in Zeiten, in denen die Großindustrie den kleinen Handwerksbetrieben mit Quantität Wasser und Brot abgräbt, müssen diese sich zur Wehr setzen. Und das geht nur über Qualität.

Zwar ist Karl-Heinz Sprenger mit 72 längst in Rente, regelmäßig jedoch schaut er noch nach dem Rechten. Genau wie übrigens Manfred Holm, der seit nunmehr 44 Jahren dabei ist und seit 44 Jahren auch peinlich darauf achtet, dass von A bis Z alles passt.

„Wir haben so viele Kunden aus Kettwig, da dachte ich, ein Versuch ist’s wert“, so Silberbach. Bruder Christoph Sprenger und Schwester Stefanie Stinshoff sind ebenfalls mit im Boot, zudem zahlreiche Mitarbeiter und auch mehrere Auszubildende. Junge Menschen, die man unbedingt behalten möchte.

Wer das Café Sprenger noch nicht kennt: Übersehen kann man es kaum, seit Kreativ-Mann Heiko Rausch auf die Karte „Pink“ setzte. Ein bisschen 50er-Jahre, gleichwohl hochmodern. Und mitunter läuft irgendwann sogar mal Udo Jürgens: „Aber bitte mit Sahne“.

Brötchen gibt’s nicht im Café Sprenger, dafür aber feinste Torten und Törtchen, Schokoladen, Trüffel und, und, und. Ein Schwerpunkt: Hochzeitstorten. An der Schulstraße 4 ist an sieben Tagen die Woche geöffnet, nur an den beiden Weihnachtstagen und Silvester nicht. Mo-Fr: 9-18.30 Uhr;
Sa: 9-17 Uhr; So: 13-17 Uhr

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