BV II in Rüttenscheid – Stadtteilpolitik des Gegeneinanders

Jennifer Schumacher
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Die vergangenen fünf Jahre in der Bezirksvertretung II waren turbulent. Vor der Kommunalwahl am 25. Mai blicken wir zurück auf politische Erfolge und Pleiten in Rüttenscheid – von Tischekrieg über Straßenumbenennung bis hin zum Mastenstreit mit der Evag.

Essen-Rüttenscheid. Die Bezirksvertretungen (BV), also Stadtteilparlamente, leisten wertvolle, ehrenamtliche Arbeit, oftmals im Verborgenen: Setzen sich für die Absenkung von Bordsteinen und damit für mehr Barrierefreiheit ein, stellen Geld für Verbesserungen der örtlichen Schulen bereit, sorgen für die Erneuerung von Abfallkörben, um ein paar Beispiele zu nennen.

Die vergangenen fünf Jahre im Bezirk II haben jedoch auch gezeigt, dass Ideologien und zwischenmenschliche Machtkämpfe selbst auf kleinster kommunalpolitischer Ebene wesentliche Themen verdrängen können. Allen voran der Streit um eine Beschneidung und Vereinheitlichung der Außengastronomie im Christinenpark, die der damalige Bezirksbürgermeister Michal Roy gegen den Bürgerwillen durchsetzen wollte.

„Kritisches Klima gegenüber den Gastronomen“

„Noch immer herrscht in der Bezirksvertretung vorwiegend ein eher kritisches Klima den Gastronomen gegenüber, wie jüngst die Entscheidung gegen mehr Außengastronomie am Eiscafé Gioia zeigte. Leider wurde das politische Geschehen in den vergangenen vier Jahren zu oft eher von den Personen und ihrem Temperament als von Themen bestimmt“, bilanziert der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Rüttenscheid, Rolf Krane.

Wenngleich es innerhalb der Bezirksvertretung II durch den Weggang Roys ruhiger geworden ist. Sein Nachfolger Gerhard Barnscheidt (SPD), seit Januar 2012 im Amt, ist fraktionsübergreifend um gute und sachliche Zusammenarbeit bemüht. „Der Umgang miteinander ist besser geworden, wir sind auf einem guten Weg“, sagt er. Aktuell etwa arbeiten SPD und CDU gemeinsam an einem Kompromiss für die dritte Außengastronomie im Christinenpark. Dass an einem Strang ziehen hilfreich sein kann, bewies etwa auch die Unterstützung des Mehrgenerationenspielplatzes, der heute Vorbildcharakter hat.