Burka-Verbot - Essener Rektorin seit einem Jahr standhaft

Eine Muslima mit einem Niqab darf nicht auf den Hof einer Essener Schule.
Eine Muslima mit einem Niqab darf nicht auf den Hof einer Essener Schule.
Foto: dpa
Seit einem Jahr setzt eine Essener Rektorin das Burka-Verbot an ihrer Schule durch. Sie kämpft für republikanische Werte und Frauenrechte.

Essen. Die CDU-Fraktion schließt sich der Forderung von Lehrer- und Elternverbänden in NRW nach einem Burka-Verbot an. „Vollverschleierung hat an Essener Schulen nichts verloren“, sagt der schulpolitische Sprecher Andreas Kalipke. In den Schulordnungen müssten „klare Spielregeln“ festgelegt werden. Der integrationspolitische Sprecher Dirk Kalweit nennt Burka und Niqab „Gefängnisse aus Stoff – ein klares Zeichen eines abwertenden Frauenbildes“. Die erneut losgetretene Verbotsdebatte stößt bei der Leiterin der Bodelschwingh-Grundschule auf große Zustimmung. Hannelore Herz-Höhnke hatte schon vor einem Jahr das Verbot der Vollverschleierung durchgesetzt und mit ihrer Kompromisslosigkeit bundesweite Aufmerksamkeit gefunden. „An unserer Verbots-Praxis hat sich nichts geändert“, sagt die Rektorin.

Muslime Nach wie vor ist das Tor zum Schulhof also eine unüberwindbare Barriere für die Muslima, die einen so genannten Niqab trägt. Wenn sie ihren Sohn bringt und abholt, muss sie draußen Halt machen. „Ich möchte nicht in ein verhülltes Gesicht schauen, wenn ich mich mit einer Mutter unterhalte“, bekräftigt Hannelore Herz-Höhnke ihre Unnachgiebigkeit. Eine Haltung, die sie als politisches Bekenntnis zu den republikanischen Werten dieses Staates verstanden wissen will. Die Vollverschleierung hierzulande tadelt sie als unangemessene Geisteshaltung. „Denn sie zerstört die hier erkämpften Rechte der Frau.“

Alice Schwarzer lobte Rektorin: "beispielhaft"

Es ist kein Zufall, dass die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer die Kompromisslosigkeit der Rektorin in einem „Emma“-Leitartikel als beispielhaft gepriesen hat. Auffallend positiv sei das Echo insbesondere bei ehemaligen Schulleitern ausgefallen. „Ich habe viele Briefe bekommen mit dem Appell ‘Halten Sie durch’“. Schon seit Jahren sei es an ihrer Schule Standard, dass muslimische Mädchen in „klassischer Bekleidung“ am Sport- und Schwimmunterricht teilnehmen müssten. „Wenn Eltern ihre Kinder anmelden, müssen sie unterschreiben, dass sie mit diesen Regeln einverstanden sind.“ Dazu zähle auch das Kopftuchverbot. „In der Regel ist es mir gelungen, die Eltern von unseren Wertvorstellungen zu überzeugen.“

 
 

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