Bündnis gegen Messe-Umbau fehlen nur 450 Unterschriften

Gerd Niewerth
Pia Breil trägt sich am 11. Oktober in der Passerelle unter dem Hauptbahnhof in die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren gegen den Messe-Umbau ein.
Pia Breil trägt sich am 11. Oktober in der Passerelle unter dem Hauptbahnhof in die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren gegen den Messe-Umbau ein.
Foto: WAZ FotoPool
13.600 Unterschriften sind erforderlich, 13.150 haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens schon zusammen. Da die Abgabefrist für die Sammellisten erst am 28. Oktober endet, hat das Essener Bündnis beste Aussichten, die Hürde zu schaffen. In der Passerelle dürfen sie sammeln - aber nur ohne Stand.

Essen. 13.600 Unterschriften braucht das Bündnis gegen den Messe-Teilneubau, um das Bürgerbegehren einleiten zu können. Am Montagnachmittag hatte es nach Angaben der Grünen schon 13.150 gesammelt. Die Abgabefrist für die Sammellisten endet am nächsten Montag, 28. Oktober. Deshalb ist die Prognose zulässig: Das Bündnis ist dabei, einen erfolgreichen Endspurt hinzulegen und diese Hürde zu meistern.

In der Passerelle unter dem Hauptbahnhof haben sich die Gemüter nach dem Eklat vom Wochenende wieder beruhigt. Zusammen mit vier Aktivisten sammelte der Grünen-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete auch am Montagnachmittag wieder Unterschriften. Allerdings verzichtete die Gruppe auf Infostand und Aufsteller. „Stattdessen sind wir nur mit Klemmbrett unterwegs und haben uns Plakate umgehängt“, sagte der Politiker.

Evag lehnte Info-Stand ab

Die Evag lehnt einen kompakten Info-Stand ab. Begründung: Er könne schlimmstenfalls die Fluchtwege verengen und Probleme mit dem Brandschutz aufwerfen. Die Aktivisten, die am Montagvormittag zunächst noch mit Tisch und Aufsteller in der Passerelle aufzogen, seien deshalb umgehend aufgefordert worden, die störenden Utensilien wieder hinauszubringen.

Auch am Sonntag hatte die Evag in der Passerelle einen Platzverweis erteilt. Das Bündnis für den Bürgerentscheid hält die von der Evag vorgebrachten Bedenken jedoch für vorgeschoben. „Wir werden jetzt bei der Evag ordnungsgemäß die Genehmigung eines Standes beantragen“, sagte Mostofizadeh. Sein Mitstreiter Wilfried Breyvogel fügt hinzu: „Gerade ein Tisch ist für ältere Personen, die neben Vor- und Zuname, Geburtsdatum und Adresse vollständig eintragen müssen, eine maßgebliche Hilfe.“

Evag beharrt auf moderate Version

Die Evag hingegen beharrt weiterhin auf der moderaten Version: Unterschriftensammeln ja - in der Passerelle, unten auf dem Bahnsteig und auch in den Wagen von U- und Straßenbahn - aber ohne störenden Stand.

Am vergangenen Freitag hatte die Evag außerdem ihre politische Neutralität betont und die „langjährige und intensive Partnerschaft“ mit der Messe Essen herausgestrichen.