Brücke über Beitz-Boulevard schließt Lücke im Radweg

An der Kreuzung Berthold-Beitz-Boulevard/Pferdebahn soll die Radbrücke entstehen.
An der Kreuzung Berthold-Beitz-Boulevard/Pferdebahn soll die Radbrücke entstehen.
Foto: Essen
Radfahrer müssen zwar immer noch warten, bis eine Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard die Lücke im Radweg schließen wird – aber nicht mehr so lange wie ursprünglich gedacht. Voraussichtlich soll mit dem Bau 2016 begonnen werden.

Essen-Altendorf.. Diese Nachricht lässt Radfahrer aufatmen. Eine imposante, fast 60 Meter lange und vier Meter breite Radbrücke soll die klaffende Lücke über den Berthold-Beitz-Boulevard in Höhe der Straße Pferdebahn schließen. Schätzungsweise 2,1 Millionen Euro wird die geplante Stahlkonstruktion kosten, die den zentralen Radweg „Rheinische Bahn“ zusätzlich aufwertet

„Die Pläne sind fertig, wir warten jetzt auf die Förderzusage aus Düsseldorf“, sagt RVR-Radwegeplaner Christoph Haep. Voraussichtlich 2016 soll mit dem Bau begonnen werden.

Geplante Radbrücke fiel einst dem Rotstift zum Opfer

Schon als der vierspurige Berthold-Beitz-Boulevard im Essener Westen angelegt wurde, war die öffentliche Hand knapp bei Kasse. So knapp, dass die bereits geplante Radbrücke dem Rotstift zum Opfer fiel. „Die Brücke haben wir schmerzlich vermisst“, sagt Fahrrad-Lobbyist Jörg Brinkmann, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Essen. Er fügt hinzu: „Allein aus Gründen der Sicherheit – die Radler müssen an dieser Stelle einen gefährlichen Kreuzungsbereich queren – ist diese Brücke überfällig.“

Die jüngst vom RVR vorgestellte Machbarkeitsstudie zum geplanten „Radschnellweg (RS) 1“, der in Essen identisch mit der Rheinischen Bahn ist, sieht die Beitz-Brücke erst für 2019 vor. Umso erfreuter zeigt sich Brinkmann darüber, dass die Baumaßnahme nun um zwei Jahre vorgezogen wird.

Umleitung in den Krupp-Park

Seit der Einweihung des Radweges Rheinische Bahn Mitte 2010 werden aus Altendorf kommende Radfahrer am Beitz-Boulevard in den Krupp-Park umgeleitet, danach geht’s durch einen engen, auch von Fußgängern genutzten Torbogen über die Kreuzung. Wer aus der Innenstadt kommt, verlässt den Radweg über eine abschüssige Rampe.

Ursprünglich befand sich an dieser Stelle – am Rande des riesigen Krupp-Geländes – ein breiter Bahndamm, auf dem einst die Güterzüge der Rheinischen Bahn fuhren. Für den neuen Beitz-Boulevard musste dieser Erdwall beseitigt werden. Die neue Radbrücke, die natürlich auch von Fußgängern genutzt werden darf, wertet das Areal zwischen Krupp-Hauptverwaltung und Innenstadt wesentlich auf. Ferner, so RVR-Planer Haep, werden die neuen Seeflächen, der Krupp- und der Niederfeldsee, als Naherholungsgebiete besser angebunden.

Rubinrotes Geländer

Mit der neuen Beitz-Brücke wird die Rheinische Bahn neun Brücken haben – alle in dem selben einheitlichen Design: anthrazit farbene Brücke und rubinrotes Geländer.

Der Radweg Rheinische Bahn verläuft vom Univiertel (Segerothstraße) bis zur Stadtgrenze Mülheim. Dieses 5,8 Kilometer lange Teilstück wird nächstes Jahr bis zum Mülheimer Zentrum verlängert. Dann verbindet der kreuzungsfreie und asphaltierte Radweg die Innenstädte von Essen und Mülheim. Eine zehn Kilometer lange Strecke, die Radfahrer bequem in 30 Minuten zurücklegen können.

Im Endausbau soll die Rheinische Bahn auf 21 Kilometern Gesamtlänge von der Uni Essen bis zum Rheinpark Duisburg führen.

 
 

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