Breite Zustimmung für geplante Fusion im Nahverkehr

Für die geplante Fusion der Essener Verkehrs-AG (Evag) und der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) zur Verkehrsgesellschaft Essen/Mülheim zeichnet sich im Rat der Stadt eine breite Mehrheit ab. Neben SPD und CDU signalisieren auch Grüne und Linke Zustimmung.

Wolfgang Weber, SPD-Fraktionsvize und Evag-Aufsichtsratschef, sieht nach der Hängepartie um die Verkehrsgesellschaft Via den Knoten durchschlagen und zeigt sich optimistisch: Fahrgäste in Essen und Mülheim würden davon profitieren, wenn Nahverkehrsdienstleistungen aus einer Hand angeboten werden. Friedhelm Krause, CDU-Ratsherr und ebenfalls Mitglied des Evag-Aufsichtsrates, verweist auf die zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte etwa durch eine gemeinsame Verkehrsleitstelle und gemeinsame Werkstätten. Zudem biete die Fusion die Chance, dass sich weitere Verkehrsgesellschaften anschließen.

Vor diesem Hintergrund spricht Gabriele Giesecke, Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat der Stadt, von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Die Fusion könne nur ein Zwischenschritt sein auf dem Weg zu einem einheitlichen Verkehrsbetrieb für das ganze Ruhrgebiet. Die Rechte der Beschäftigten dürften dabei selbstredend nicht auf der Strecke bleiben. „Darauf werden wir achten.“

Aus Sicht der Grünen muss die Fusion auch ein Bekenntnis für den Erhalt und den Ausbau des Straßenbahnnetzes sein.

Fraktionssprecherin Hiltrud Schmutzler-Jäger weist darauf hin, dass Details noch zu klären seien und erinnert an das Cross-Border-Geschäft von 2001. Seinerzeit hatte die Evag das Schienennetz nach US-Recht an einen Investor verpachtet und zurückgemietet, den Steuervorteil hatten sich beide Seiten geteilt. Erst 2031 könnte die Evag aus den Verträgen aussteigen.

 
 

EURE FAVORITEN