Bottrop

Bottroper Apotheker machte Kasse auf Kosten von Krebs-Patienten: Nun ist er in 61.900 Fällen angeklagt

Jahrelang sollen Krebspatienten falsch gepanschte Chemo-Medikamente in einer Bottroper Apotheke erhalten haben. (Symbolbild)
Jahrelang sollen Krebspatienten falsch gepanschte Chemo-Medikamente in einer Bottroper Apotheke erhalten haben. (Symbolbild)
Foto: Andrea Warnecke
  • Ein Bottroper Apotheker soll jahrelang Krebsmedikamente unzureichend und falsch hergestellt haben
  • Die Chemotherapie-Medikamente habe er dann an Krebs-Patienten weitergegeben
  • Und sich das volle Geld bei den Krankenkassen eingestrichen
  • Nun wurde er in 561.980 Fällen angeklagt

Bottrop. Aus reiner Habgier soll ein Apotheker aus Bottrop mit dem Leben von Krebspatienten gespielt haben, die auf ihn und seine Medikamente angewiesen waren.

Bottroper Apotheker in 61.900 Fällen angeklagt

Skrupellos soll er jahrelang mit falsch hergestellten Chemo-Medikamenten bei den Krankenkassen abkassiert haben. Dafür hätte er seinen todkranken Kunden die falsch dosierten Medikamente gegeben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Essen in 61.900 Fällen Anklage erhoben.

-------------------------------------

• Mehr Themen aus Essen:

Drogendeals ganz gechillt auf der Parkbank – warum die Polizei gegen die Rauschgift-Szene im Essener Stadtgarten machtlos ist

Diese 8 Frühstücks-Cafés in Essen solltest du kennen

Mann will 32 (!) Energydrinks im Essener Hauptbahnhof mitgehen lassen und stellte sich extrem dämlich an

-------------------------------------

Der Zeitraum, in dem der Apotheker die Straftaten begangen haben soll, umfassen ganze fünf Jahre. Von 2012 bis 2016 soll er sich nicht an die von den Ärzten verschriebenen Dosen und Anweisungen gehalten haben.

Hinterbliebene haben Anzeige wegen Tötungsdelikten erstattet

Der Apothekeninhaber soll seine Beschaffungspraxis sogar systematisch so ausgerichtet haben, dass es unmöglich gewesen wäre, die große Vielzahl der von ihm vertriebenen Zubereitungen mit den verschriebenen Wirkstoffen in den verschriebenen Mengen herzustellen.

Der in Untersuchungshaft sitzende Apotheker wird unter anderem wegen Betruges und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz angeklagt. Außerdem haben Patienten und Hinterbliebene Anzeige wegen Körperverletzungs- und Tötungsdelikten erstattet.

Der Schadensbetrag beläuft sich auf eine Summe von rund 56 Millionen Euro.

(jgi)