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Silvester-Amokfahrt in Bottrop – Andreas N. (50) vor Gericht: „Ich habe die Menschen eingesogen, die ich überfahren habe“

Andreas N. (l.) verletzte bei einer Amokfahrt auf dem Berliner Platz in Bottrop zahlreiche Menschen.
Andreas N. (l.) verletzte bei einer Amokfahrt auf dem Berliner Platz in Bottrop zahlreiche Menschen.
Foto: Daniel Sobolewski / DER WESTEN

Essen. Andreas N. (50) war völlig egal, ob er Männer, Frauen oder kleine Kinder über den Haufen fährt. Das einzige Ziel bei seiner Amokfahrt in der Silvesternacht in Bottrop und Essen: Er wollte so viele Ausländer wie möglich töten.

Die Anklage, die zum Prozessbeginn am Freitag verlesen wurde, offenbart: Es grenzt an ein Wunder, dass es bei 14 Verletzten blieb und niemand durch die Amokfahrt des Esseners getötet wurde.

Amokfahrt in Bottrop und Essen: Angeklagter war schuldunfähig

Um einen Strafprozess gegen Andreas N. geht es am Essener Landgericht nicht. Eine akute Krankheitsphase seiner paranoiden Schizophrenie machte ihn zur Tatzeit schuldunfähig. Beim Prozess wird nun erörtert, ob der 50-Jährige für seine Amokfahrt in Bottrop und Essen in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird.

Darauf hofft Shamir F. sehr. Er und seine Familie wurden Opfer von Andreas N., als sie friedlich auf dem Berliner Platz den Rutsch ins neue Jahr feiern wollten. Seine Frau wurde verletzt und befindet sich, wie F. selbst und auch seine vier Kinder, bis heute in psychiatrischer Behandlung. Sie haben Angst auf der Straße.

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Shamir F.s vierjährige Tochter hatte unglaubliches Glück. N. war mit seinem Mercedes direkt auf sie zugerast, als sie von Familienmitgliedern im letzten Augenblick zur Seite gezogen wurde.

Anschließend raste der Amokfahrer über den Berliner Platz, dann zurück nach Essen, wo er auch auf der Frintroper Straße und der Schlossstraße versucht hatte, Menschen mit augenscheinlichem Migrationshintergrund zu überfahren.

Amokfahrer von Bottrop mit seltsamen Schilderungen

„Ich weiß nur noch Bruchteile“, begann der Angeklagte seine Aussage vor dem Schwurgericht. Seine Schilderungen klingen seltsam: „Ich bin auf den Berliner Platz gefahren und es war wie ein Sog. Ich habe die Menschen eingesogen, die ich überfahren habe.“

Er erinnere sich schemenhaft, dass Leute auf eine Treppe flüchteten, als er über den in der Silvesternacht belebten Platz im Zentrum von Bottrop fuhr.

Die Polizei beendete die Amokfahrt, bei seiner ersten Vernehmung gab Andreas N. alles zu und brüstete sich mit seinen Taten. Heute ist seine Medikamentierung, die er seit 2001 nimmt, neu eingestellt, wie sein Verteidiger Andreas Renschler gegenüber DER WESTEN erklärt. Er ist ruhig und kooperativ.

Verteidiger des Amokfahrers: „Urteil ist klar“

Was das Urteil am Ende dieses Prozesses betrifft, hat der Verteidiger des Amokfahrers von Bottrop und Essen keine Zweifel: „Es ist klar, dass am Ende eine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet wird.“

Und wie lange bleibt Andreas N. dort? Renschler: „Die Unterbringung endet, wenn er wieder gesund ist.“

 
 

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