Bottrop/Essen: Schock zu Neujahr – Andreas N. (50) fährt Amok und jagt Ausländer – Urteil gefallen!

Andreas N. raste in seinem Mercedes an Silvester in Essen und Bottrop Amok.
Andreas N. raste in seinem Mercedes an Silvester in Essen und Bottrop Amok.
Foto: dpa Montage: DER WESTEN

Essen/Bottrop. Das neue Jahr 2019 ist gerade angebrochen, draußen böllern die Menschen im Ruhrpott ausgelassen.

Doch plötzlich rast in Bottrop ein Mann in seinem Mercedes über den Berliner Platz, macht gezielt Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund. Auf dem Berliner Platz erfasst er unter anderem ein vierjähriges Kind. Eine 46-jährige Frau überrollt der Amokfahrer gleich zweimal mit seinem Wagen. Sie überlebt nur dank einer Not-OP.

Auch in Essen brettert der Mercedes-Fahrer in Richtung wartende Menschengruppen. Ingesamt werden in der Silvesternacht 14 Menschen verletzt, ehe die Polizei den Amokfahrer Andreas N. in Essen stoppt.

Amokfahrt in Bottrop und Essen: „Es war wie ein Staubsauger“

Jetzt ist das Urteil gegen den Mann gefallen. Der 50-jährige Deutsche muss für unbestimmte Zeit in eine geschlossene Psychriatrie.

Einen terroristischen oder ausländerfeindlichen Hintergrund sah das Landgericht Essen aber nicht.

„Die Geschädigten sind nicht Opfer eines rechtsradikalen Täters geworden“, sagte Richter Simon Assenmacher in der Urteilsbegründung. „Es ist vielmehr die Tat eines schwer erkrankten Menschen.“ Der Angeklagte leide seit Jahren unter paranoider Schizophrenie. Schon Stunden vor der Tat sei er von Wahnvorstellungen verfolgt worden. Gegen Mitternacht sei er schließlich völlig ohne Grund nach Bottrop und später zurück nach Essen gefahren.

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„Wie ein Staubsauger“

„Es war wie ein Staubsauger, als hätte ich alles unter mir eingesaugt“, sagt der 50-Jährige im Oktober vor Gericht. Andreas N. leidet unter einer paranoiden Schizophrenie und laut eigener Aussage an Wahnvorstellungen. „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte“, beteuert der als schuldunfähig geltende Mann.

Im Sicherungsprozess vor dem Landgericht Essen, der wegen des plötzlichen Todes der Vorsitzenden Richterin zweimal starten musste, war Andreas N. wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Für das Gericht ging es jedoch vielmehr um die Frage, ob der Angeklagte für die Allgemeinheit gefährlich ist und dauerhaft in die Psychiatrie muss. >>> hier mehr dazu

Widersprüchliche Äußerungen zum Motiv

Über sein Motiv äußerte sich der Mann vor Gericht widersprüchlich. „Ich bin der liebste Mensch, habe nix mit Rechtsradikalismus zu tun“, sagt er. Bei der Polizei hatte er bei der Vernehmung nach der Tat noch davon gesprochen, er habe den Bereich von „Kanaken“ und „Golums“ reinigen wollen und einem Anschlag von Ausländern zuvorkommen wollen.

Opfer leiden noch heute

Die Opfer litten zum Teil bis heute unter den physischen und psychischen Folgen der Tat, sagte der Richter. Nur dem Glück und dem medizinischen Können der Ärzte sei es zu verdanken gewesen, dass eine gleich zweimal überfahrene Frau nicht verblutet ist. (ms mit dpa)

 
 

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