Essen

Böser Witz über Essen in der ZDF-heute-show: Das sagt die Stadt zu der Aktion

Die Gladbecker Straße ist eine der meist-genutzten Straßen in Essen.
Die Gladbecker Straße ist eine der meist-genutzten Straßen in Essen.
Foto: Kerstin Kokoska

Essen. Dass die Gladbecker Straße eine sogenannte „Problemstraße“ ist, ist in Essen keine Neuigkeit. Dass sie jetzt aber durch einen Witz in der ZDF-heute-show deutschlandweiten „Ruhm“ abbekommt, das dürfte die Stadt noch weniger freuen, als die ohnehin schon schlechten Luftwerte an der Verkehrsader in Altenessen-Süd.

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So hatten Oliver Welke und „Honorarprofessor“ Matthias Matschke die Problematik der schlechten Luft und die potentielle Lösung der Stadt aufs Korn genommen.

Anwohner „35 Jahre ignoriert“

An der Gladbeckerstraße sei es mit dem Atmen tatsächlich nicht so leicht und die Anwohner deshalb stinksauer. In einem Beitrag aus „Die Story“ werden dann Bewohner der betroffenen Häuser gezeigt, die über das Problem sprechen. „Die Lösung, die man uns dann hier anbietet, nachdem man uns 35 Jahre ignoriert hat: Man möchte unsere Häuser abreißen“, sagt einer der Besitzer.

Die Stadt Essen ist dagegen der Meinung, dass sich durch den Abriss die „Belüftungsbedingungen“ verbessern würden. „Der eigentliche Feind sind nämlich nicht die Autos. Das sind die Häuser. Wir müssen einfach viel mehr Häuser in den Städten abreißen", so „Experte“ Matschke.

Stadt Essen rechtfertigt die Pläne

Doch was sagt die Stadt Essen zu dem Witz, der für die Anwohner wohl gar nicht sooo witzig ist?

„Die Gladbecker Straße zwischen Berthold-Beitz-Boulevard und Bäuminghausstraße ist aufgrund der hohen Verkehrsbelastung mit etwa 47.000 Kraftfahrzeugen pro Tag einer der Hot Spots im Stadtgebiet. In der an dieser Stelle relativ engen Straße herrschen ungünstige Ausbreitungsbedingungen für Luftschadstoffe und Lärmemissionen“, so die Stadt auf Anfrage von DER WESTEN.

Da der Bereich nördlich dieses Abschnitts aber deutlich bessere Werte hätte, soll ein Abriss der Häuser Besserung bringen. „Mit einer Veränderung der Straßengeometrie könnten die Belüftungsbedingungen in der Gladbecker Straße deutlich verbessert werden, was sich positiv auf die aktuelle Belastung mit Stickstoffdioxiden und Lärm auswirken kann.“

„Rückversetzte Neubebauung“ soll Besserung bringen

Die Stadt habe deswegen Grundstücke an der B224 gekauft. „Der Plan sieht nicht den ersatzlosen Abriss vor, sondern eine anschließende rückversetzte Neubebauung. Diese städtebaulichen Zielvorstellungen werden in Abstimmung und unter Mitwirkung der Eigentümerinnen und Eigentümer umgesetzt.“

Heißt: Durch die neue Anordnung soll ein lärmarmes und gesünderes Wohnen garantiert werden. Derzeit prüft die Stadt Essen noch, wie viele Gebäude von der Neuplanung betroffen sein werden.

Anwohner haben wenig Verständnis für die Pläne

Die Anwohner haben dafür indes wenig Verständnis. „Ich wohne seit 25 Jahren hier. Seitdem gibt es die Debatte, was man gegen den aufkommenden Verkehr tun kann. Und seitdem wird nichts getan, weil zu teuer. Und nun so ein Schwachsinn“, erzählt Renate M. (Hier mehr Reaktionen der Anwohner).

Wie viele andere in der Straße glaubt sie nicht daran, dass es in naher Zukunft eine Lösung geben wird für die Probleme dieser Straße. (göt/fr)

 
 

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