Essen

Bochum: So bereitet sich die Polizei jetzt auf Terroranschläge vor

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Im Amok-Trainingszentrum in Bochum trainieren Polizisten für den Ernstfall.

Im Amok-Trainingszentrum in Bochum trainieren Polizisten für den Ernstfall.

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Essen. „Wir richten uns darauf ein, dass ein Terror-Anschlag täglich passieren kann“ - starke Worte von NRW-Innenminister Herbert Reul beim Ortstermin am neuen Trainigsnzentrum der Polizei in Bochum.

Dort sollen Polizisten lernen, wie sie innerhalb von Sekunden auf einen Anschlag reagieren und einen Attentäter unschädlich machen können.

Das Amok-Trainingszentrum in Bochum am Wallbaumweg soll die Polizisten aus den Polizeirevieren Essen, Oberhausen, Mülheim, Bochum, Gelsenkirchen und Recklinghausen auf das Schlimmste vorbereiten.

Dabei geht es keineswegs um Alarmismus, es gibt keine akute Bedrohungslage. Aber sollte doch mal etwas passieren, will man vorbereitet sein.

Terror-Abwehr in Bochum: Herbert Reul weiht neues Amok-Trainingszentrum ein

Denn bei einem Terror-Anschlag zählt jede Sekunde. Auf die Spezialeinheiten zu warten, kann zu lange dauern, so Herbert Reul. Deswegen soll nun jeder Kollege im Außendienst auf eine solche Situation vorbereitet werden.

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In einem ehemaligen Baumarkt haben die Polizeireviere zwei jeweils 1800 Quadratmeter große Hallen zu ihrer Verfügung. Dort wurden Straßenzüge nachgebaut, sie sind mit dem Auto befahrbar, es gibt auch Schießstände.

Bei der Eröffnung am Freitag stellen die Beamten unter den Augen zweier Einsatztrainer Trainingsszenarien nach. Ein pöbelnder Mann zieht ein Messer, mit Platzpatronen schießen die zwei Beamten auf den Mann, sichern und versorgen ihn anschließend. Es wird laut, es riecht nach alten Sägespänen und verbranntem Schießpulver. Die Polizei hat die Lage im Griff.

Normalerweise gibt es nach den Trainingseinsätzen eine Besprechung, um Fehler nachzuvollziehen und Abläufe zu verbessern. Seit sechs Wochen können die Polizisten in dem Zentrum jetzt trainieren.

„Es kann jeden Tag etwas passieren oder gar nichts“

„Es kann jeden Tag etwas passieren oder gar nichts. Wir müssen auf alles vorbereitet sein, um Menschenleben zu retten. Und da die Polizei immer mit als erstes vor Ort ist, müssen die Beamten alles dafür tun können, einen Attentäter auszuschalten bevor die Spezialeinheiten anrücken“, so Herbert Reul nach der Demonstration.

Polizisten_trainieren_Ernstfall

Polizisten können sich im neuen Amok-Trainingszentrum auf schwierige Situationen vorbereiten.
Polizisten_trainieren_Ernstfall

Für die trainierenden Polizisten sind die Fortbildungen zwar stressig, aber sie machen auch Spaß. „Die Einsatztrainer sind immer die 'Bösen' und wir Polizisten müssen reagieren. Das ist teilweise auch sehr anstrengend, aber ich denke, dass sich irgendwann ein Automatismus einstellt. Und das brauchen wir für den Ernstfall draußen“, sagt eine Polizistin aus Recklinghausen, die zuvor noch mit einer Waffenattrappe und Platzpatronen geschossen hat.

Alltägliche Situationen eskalieren andauernd

Abgesehen von Anschlägen und Amokläufen können auch alltägliche Situationen eskalieren, so wie die Beamten bisweilen erleben. Etwa, wenn plötzlich jemand ein Messer zieht, um sich schlägt oder Passanten bedroht.

Vier solcher Trainingszentren gibt es bereits in NRW. Acht weitere sollen hinzukommen. Das kostet rund 900 Millionen Euro.

Obwohl sich der Essener Polizeipräsident Frank Richter sicher ist: „Die Milliarde machen wir noch voll. Wenn erstmal gesehen wird, wie wichtig diese Trainingszentren sind, dann gibt es die restlichen 100 Millionen auch noch, um weitere bauen zu können oder die alten noch besser auszustatten.“

 
 

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