Bocholder Hof – österreichische Küche in dritter Generation

Österreichische Küche in dritter Generation: Die gibt es im Bocholder Hof im Stadtteil Bochold im Nordwesten der Stadt.
Österreichische Küche in dritter Generation: Die gibt es im Bocholder Hof im Stadtteil Bochold im Nordwesten der Stadt.
Foto: WAZ FotoPool
In dritter Generation serviert Familie Nierhaus im Bocholder Hof in Essen schnörkellose österreichische Küche. Auch den Tisch kommen unter anderem Leberknödelsuppe, Vogerlsalat, Zwiebelrostbraten, Tafelspitz oder Marillenpalatschinken.

Essen. Rot-weiß kariert sind die Tischdecken, schlicht das Holzmobiliar, von der Theke grüßen Almdudler und Gösser Bier, und aus den Boxen erklingen volkstümlich-angehauchte Schlager mit österreichischem Zungenschlag. Nein, wir sind nicht in Klagenfurt, sondern im Bocholder Hof. Dort serviert inzwischen die dritte Generation der Familie Nierhaus schnörkellose österreichische Küche. Die gebürtige Kärntnerin stand tatsächlich jahrelang am Herd, bis die Söhne Willi und Gerry alle Feinheiten zum Zubereiten von Wiener Schnitzel, Zwiebelrostbraten, und Tafelspitz, Kaiserschmarrn und Pflaumenknödel gelernt hatten.

Schon bei der Vorspeise kann ich mich nicht entscheiden: Selbstgemachte Leberknödelsuppe (3,90 Euro) oder Vogerlsalat (4,90 Euro)? Der Gastronom nimmt mir die Qual der Wahl ab und empfiehlt beides, mit dem Versprechen, die Hauptspeise dann einfach ein wenig kleiner zu portionieren. Das ist doch mal ein Angebot! Verfeinert mit Speck, Croutons und einer feinen Soße, die den Eigengeschmack des Salates unterstützt statt zu übertönen, genieße ich als ersten Gang den Vogerlsalat (Feldsalat). Dann freue ich mich auf die Leberknödelsuppe und werde nicht enttäuscht. Der Knödel ist frisch geformt, weich in der Konsistenz und schmeckt: nach Leber. So wie es sein soll.

Punktabzug beim Kaffee

Und so kann es weitergehen. Der Zwiebelrostbraten (18,90) mit jeder Menge Röstzwiebeln, einem leckeren braunen Sößchen, Salat und Bratkartoffeln ist ordentlich, aber das Rindfleisch könnte ruhig ein wenig zarter sein. So wie beim Tafelspitz (14 Euro für die kleinere Portion), der so butterweich gekocht wurde, dass ich nicht mal kauen muss. Dafür dürfte die Meerrettichsoße nach meinem Geschmack ruhig ein wenig schärfer sein. Ordentlich und schmackhaft sind die Beilagen – frisches, bissfestes Gemüse und obligatorische Bratkartoffeln.

Wie von Willi Nierhaus versprochen, ist die Portion so gut bemessen, dass ich noch Platz für mindestens einen Nachtisch habe. Den habe ich mir schon längst ausgesucht: Der Marillenpalatschinken (5 Euro) ist süß, leicht und einfach wunderbar und schließt den Magen fast komplett. Fehlt noch der Kaffee – und hier gibt es Punktabzüge. Von der österreichischen Kaffeehaustradition hat der Bocholder Hof leider noch nichts gehört.

Bocholder Hof, Kampstr. 35, Telefon: 67 19 41, geöffnet dienstags bis samstags 16 bis 1 Uhr; sonntags 11.30 bis 1 Uhr.