BMW-Fahrer rast am Westbahnhof in Essen in eine Menschenmenge

Nachdem er eine Ballustrade durchbrach, kam der BMW erst auf den Schienen zum Stehen. Foto: Kokoska
Nachdem er eine Ballustrade durchbrach, kam der BMW erst auf den Schienen zum Stehen. Foto: Kokoska
Foto: WAZ FotoPool

Essen. An der Bahnhaltestelle Essen-West hat ein 22-Jähriger die Kontrolle über seinen BMW verloren und ist in eine Menschenmenge gerast. Drei Kinder und acht Erwachsene wurden dabei verletzt. Im Einsatz war auch ein Rettungshubschrauber des ADAC.

Dramatische Szenen spielten sich am Freitag an der Straßenbahnhaltestelle Essen-West ab. Ein schwarzer 3er BMW gerät auf der Martin-Luther-Straße aus Altendorf kommend ins Schleudern, durchbricht eine Balustrade und schießt in die an der Haltestelle wartende Menschenmenge. Den völlig überraschten Opfern bleibt keine Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Erst auf den Bahngleisen kommt das getunte Fahrzeug zum Stehen. Acht Menschen, darunter drei Kinder im Alter von vier, 13 und 14 Jahren werden von dem BMW erfasst und verletzt. Ein 60-jähriger wurde vorsorglich mit einem Rettungshubschrauber in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Duisburg (BGU) geflogen.

Der 22-jährige Fahrer des Wagens wurde dagegen nur leicht verletzt und erlitt, ebenso wie zwei Augenzeugen, einen Schock. Weshalb der junge Mann, der noch minutenlang apathisch an der Unfallstelle saß und von einem Seelsorger betreut wurde, die Kontrolle auf der zweispurigen, trockenen Fahrbahn verlor, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Später wurde auch er in ein Krankenhaus gebracht.

33 Feuerwehr- und Rettungskräfte im Einsatz

„Wir haben zahlreiche Personalien von potenziellen Zeugen aufgenommen. Von ihnen, wie auch den Verletzten, erhoffen wir uns wichtige Hinweise“, erklärte Polizeisprecher Lars Lindemann. Unter Alkoholeinfluss, so erklärten die Beamten noch an der Unfallstelle, stand der Fahrer nicht. „Es kann sein, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Das ist jedoch Spekulation und lässt sich im Moment noch nicht eindeutig sagen“, so Lindemann. Detaillierte Informationen über den Unfallhergang versprechen sich die Beamten nicht nur von Augenzeugen, sondern auch von der Auswertung der gesicherten Spuren. Wir gehen davon aus, so Lindemann, dass wir schon in den nächsten Tagen mehr über den genauen Unfallhergang erfahren werden. Schon am frühen Abend gab die BGU in Duisburg Entwarnung: "Der Mann hat eine leichte Armverletzung und liegt nur noch zur Überwachung hier", erklärte Peter-Michael Hax, stellvertretender Ärztlicher Direktor.

Schon gegen Mittag hatte die Polizei gemeinsam mit der Feuerwehr die Unfallstelle wieder geräumt. Wegen der Vollsperrung rund um die Haltestelle Essen-West war es am Vormittag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. Von den Verspätungen waren vor allem die Straßenbahnen der Linie 106 und 109 betroffen. Ersatzbusse konnten nicht eingesetzt werden, da die Einsatzkräfte die Straße blockiert hatten, sagte Olaf Frei, Pressesprecher der Essener Verkehrs-AG. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro. Neben einigen Streifenwagen waren 33 Feuerwehr- und Rettungskräfte im Einsatz.

 
 

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