Polizei-Hundertschaft nimmt Autoschieberbande hoch

Die Polizei kann der Bande den Diebstahl von mindestens 30 Autos nachweisen.
Die Polizei kann der Bande den Diebstahl von mindestens 30 Autos nachweisen.
Foto: Polizei
Mit einem Großaufgebot hat die Essener Polizei am Dienstagmorgen eine Autoschieberbande am Breloher Steig hochgenommen. Zwei Hauptverdächtige (27, 31) wurden verhaftet. Die professionelle Bande hatte es vor allem auf hochwertige BMW abgesehen. Der Schaden geht in die Millionen.

Essen-Horst. Einer hoch professionellen Bande von Autoknackern und -schiebern ist die Essener Polizei auf die Schliche gekommen. Mit einem Großaufgebot aus Hubschrauber, Suchhunden, Hundertschaft und etlichen Kriminalbeamten wurde am Dienstagmorgen das Gewerbegebiet am Breloher Steig durchsucht. Dort hatte die Bande offenbar mehrere Hallen angemietet, in denen sie die Fahrzeuge auseinanderbaute, ihnen eine neue Fahrgestellnummer verpasste um sie dann schnell ins Ausland, vor allem nach Osteuropa, weiter zu verkaufen. Auch nach Afrika, vermutet die Polizei, wurden die gestohlenen Fahrzeuge geschafft.

Abgesehen hatte es die Bande nach Angaben von Polizeisprecher Peter Elke vor allem auf hochwertige BMW X3 und X5. Nach mehreren Hinweisen wurde bereits Anfang November die Ermittlungskommission „X“ eingerichtet, die vor allem den Spuren im Ruhrgebiet nachging und Parallelen zusammenfügte. Auch in Düsseldorf und Mettmann wurden Fahrzeuge gestohlen. Dabei waren die Autoschieber auch im Ausland aktiv. In England bedienten sie sich der sogenannten „Homejacking“-Methode. Dabei wird gezielt in Häuser eingebrochen, um die Autoschlüssel zu stehlen. Zurzeit könne der Diebstahl von mindestens 30 Luxus-Fahrzeugen nachgewiesen werden, vermutlich seien es jedoch weit mehr, sagt Elke.

Spezialwissen und -technik erforderlich

[kein Linktext vorhanden] Für die Ermittler ist es eine Sisyphos-Arbeit, die Fahrzeuge zu ermitteln, da die Fahrgestellnummer meist unmittelbar nach dem Diebstahl entfernt wurde. „Wir haben es hier mit hoch professionellen Tätern zu tun, die sich auf Luxus-Fahrzeuge spezialisiert haben. Allein um die modernen Sicherheitsvorkehrungen dieser Autos zu umgehen sind Spezialwissen und -technik erforderlich“, sagt Elke. Ihm sei in den vergangenen Jahren kein Autoschieber-Fall dieser Größenordnung bekannt.

Am Morgen wurden zwei Hauptverdächtige aus Essen (27, 31) verhaftet. Zudem durchsuchten die Einsatzkräfte die Wohnungen von vier weiteren Verdächtigen im gesamten Essener Stadtgebiet. Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial wie Fahrzeugpapiere sicher, das nun ausgewertet werden muss. Wie viele Mittelsmänner es insgesamt gab muss noch geschätzt werden. Der Sachschaden geht in die Millionen. Die Ermittlungen dauern an.

 
 

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