Essen

Bizarres Verhalten beim Gruppenvergewaltiger-Prozess in Essen: Angeklagter zwinkert kicherndem Mädchen im Zuschauerraum zu

Dritter Tag im Prozess um mehrere Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet.
Dritter Tag im Prozess um mehrere Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet.
Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen. Die Anschuldigungen wiegen äußerst schwer – umso merkwürdiger wirkt das Verhalten des Angeklagten Gianni H. und einer jungen Frau im Zuschauerraum.

Es ist der dritte Verhandlungstag des Prozesses um mutmaßliche Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet. Gianni H. ist einer der fünf jungen Männer im Alter zwischen 17 und 24 Jahren, die sich seit dem 13. Juli vor dem Landgericht Essen verantworten müssen.

Gruppenvergewaltiger-Prozess: Junge Frau kicherte immer wieder

Die Anklage wirft ihnen vor, systematisch mehrere Schülerinnen zum Sex gezwungen zu haben: Es geht um Nötigung, Vergewaltigung und Körperverletzung.

Schon während der Befragung des Angeklagten Joshua E. durch das Gericht, nahm Gianni H. immer wieder Augenkontakt mit einer jungen Frau im Zuschauerraum auf.

Die junge Frau kicherte vernehmlich, auch H. grinste offen in ihre Richtung.

Verhandlung zwischenzeitlich unterbrochen

Zu Beginn der Sitzung kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Gericht und der Verteidigung von Antonio H. Das Gericht unterbrach daraufhin die Verhandlung für einige Minuten.

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Nach der Unterbrechung kicherten die junge Frau und Gianni H. erneut laut. „Unterlassen Sie das“, forderte ein Justiz-Mitarbeiter die beiden zwei Mal auf – erst dann gaben sie Ruhe.

Gianni H. hatte sich am vergangenen Prozesstag eingelassen. Er hatte die Anschuldigungen weitestgehend bestritten: Die Mädchen seien nicht gezwungen worden, alles sei einvernehmlich passiert.

Angeklagter entschuldigt sich bei Opfern

Der Angeklagte Joshua E., der am ersten Prozesstag ausgesagt hatte und am Freitag vom Gericht, der Nebenklagevertretung und der Verteidigung befragt wurde, hatte indes die Anklageschrift weitgehend bestätigt und sich bei den Opfern entschuldigt.

Ihm sei es wichtig gewesen, Teil der Gruppe zu sein, deshalb habe er mitgemacht. „Ich bin ja nur zur Hälfte Sinti, die haben mich nie ernstgenommen. Als wir dann zusammen unterwegs waren, hatte ich endlich Freundschaften.“

 
 

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