Besucher lassen viel Geld auf Spielemesse in Essen

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Rund 150.000 Besucher werden noch bis Sonntag auf der Spielemesse in Essen erwartet. Und die lassen viel Geld auf dem Messegelände. DerWesten verlost noch mal 5x2 Tageskarten fürs Wochenende.

Essen.. 150 Euro hat Wolfgang Welter am gestrigen Eröffnungstag bei der „Spiel’11“ ausgegeben. Vier Tüten trägt er – und das ist erst der Anfang. „Das sind die Spiele, die ich auf meiner Besorgungsliste hatte.“ Heute will der begeisterte Brettspieler wiederkommen, an den Messeständen Neues testen „und wenn mir etwas gefällt, kaufe ich es.“

Nun könnte man meinen, Herr Welter sei im Computerspiel-Zeitalter mit seiner Brettspielleidenschaft ein Exot. Falsch. Reisekoffer auf Rollen prall gefüllt mit Spielen ziehen Messebesucher hinter sich her, schleppen drei, vier, fünf Tüten. 130 Euro hat eine Hagenerin ausgegeben, 150 Euro ein Ehepaar aus Wuppertal, denn „man kann mit den Messepreisen viel sparen.“

Doch es geht bei der Weltleitmesse für Spiele nicht nur um die Umsätze an den Verkaufstresen – viel mehr Geld wird in den Büros im Innern der Messestände umgesetzt. „Hier in Essen verkaufen die Verlage ihre Lizenzen in die ganze Welt“, sagt Dominique Metzler vom Merz-Verlag, der die „Spiel“ in Essen alljährlich ausrichtet. Aussteller aus 34 Nationen sind bis Sonntag vor Ort, Fachbesucher aus China, den USA und Korea. Noch immer sei Deutschland führend in der Entwicklung und Produktion von Brettspielen – und der Markt wächst. „Allein im vergangenen Jahr haben in Seoul über 100 Brettspiel-Cafés eröffnet.“ Statt landessprachlicher Spielanleitungen setze man bislang auf Animateure, die die Regeln erklären.

Spielemesse in Essen

Auf der Spiel 2011 zeigen 810 Aussteller mehr als 750 Neuheiten und Weltpremieren.
Spielemesse in Essen
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Ein Trend, der in weiteren asiatischen Ländern zu beobachten sei, der für steigende Umsätze bei der „Spiel“ in Essen sorge, wo alle großen Verlage mit Ständen vertreten sind. Und wer noch nicht groß ist – bekommt die Chance, hier zu wachsen. Wie der Earl-Verlag, der im vergangenen Jahr nur ein Spiel im Angebot hatte, das aber so gut war, dass es die Jury des „Deutschen Spielepreises“ zumindest auf den dritten Platz wählte. „Mittwoch haben wir das bekannt gegeben. Bereits am Donnerstag war das Spiel ausverkauft und der Verlag hatte Lizenzen in alle Welt verkauft“, erzählt Metzler.

Deutscher Spielepreis lässt die Kassen klingeln

Ein Erfolg, der nicht jedem ausgezeichneten Spiel beschieden ist. „Manchmal folgen die Spieler dem Jury-Urteil nicht.“ Im Regelfall jedoch lässt der Deutsche Spielepreis die Kassen klingeln. Brettspiele, die sonst von großen Verlagen mit einer Startauflage von 10 000 Stück auf den Markt gebracht werden, katapultiert der Jury-Titel mit Auflagen von bis zu 300 000 in der Verkaufsstatistik nach oben. Wie sehr auch Besucher die Auszeichnung als „Wegweiser“ nutzen, zeigt sich an den Ständen, an denen gespielt wird; das Kosmos-Spiel „Monster-Falle“ (Kinderspiele-Preis 2011) und die Repros-Produktion „7 Wonders“ (Spiele-Preis 2011) waren ständig dicht umlagert.

Dass die Hallen in diesem Jahr am Eröffnungstag nicht so voll waren wie im vergangenen Jahr, bereite Dominique Metzler kein Kopfzerbrechen. „Im letzten Jahr fing die Messe in den Herbstferien an, da war es Donnerstag brechend voll, dafür waren wir am Sonntag nicht so gut besucht.“ Insgesamt sei die Besucherzahl über vier Tage jedoch auf einem konstanten Level geblieben. 150 000 kamen – und damit rechnet der Verlag auch in diesem Jahr. „Wir haben schon im Vorverkauf viel mehr Karten umgesetzt als in den Vorjahren.“

 
 

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