Beschwerde übers Wetter

E
s gibt Dinge im Leben, die man nicht ändern kann. Diese Erkenntnis ist in ihrer Schlichtheit nicht minder bitter, denn das Wetter gehört zu jenen Phänomenen, auf das wir wohl alle nur zu gern Einfluss nehmen würden – doch eine Beschwerde-Annahmestelle für herbstliche Temperaturen im Mai und fiesen Sprühregen wurde einfach noch nicht erfunden.

Diese Information scheint zu meiner Mutter noch nicht so recht vorgedrungen zu sein. Wenn das Wetter nicht ihren Geschmack trifft, meckert sie morgens schon bei der ersten Tasse Kaffee wie ein Rohrspatz über diesen Missstand, als ob da ein inkompetenter Stümper einfach seinen Job nicht richtig mache. Man hat ja vom Sommer nichts gehabt! Dass die warme Jahreszeit kalendarisch erst am 21. Juni beginnt, lassen wir jetzt mal außen vor.

Aber offenbar hat das Gemaule tatsächlich etwas bewirkt, denn für das Wochenende haben uns die Meteorologen sagenhafte 30 Grad versprochen. Ich nehme an, meine Mutter hat ihre Beschwerde schriftlich aufgesetzt – dann hat sie sich zum Beauftragten für Kundenzufriedenheit bei unzumutbarem Mistwetter telefonisch durchstellen lassen und ihm ordentlich den Kopf gewaschen. Manchmal nützt es eben doch, wenn man auf seine Verbraucherrechte pocht.

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