Begabt, aber keine Musik-Roboter

Klaus Albrecht
In einem Benefizkonzert des Klavier-Festivals Ruhr in der Essener Philharmonie spielten am Sonntag Kinder, die bei NRW-Jugendwettbewerben Preisträger im Fach Klavier waren. Auch im Publkum sitzen zahlreiche Kinder, hier Mika und Jella mit ihren Eltern. Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool
In einem Benefizkonzert des Klavier-Festivals Ruhr in der Essener Philharmonie spielten am Sonntag Kinder, die bei NRW-Jugendwettbewerben Preisträger im Fach Klavier waren. Auch im Publkum sitzen zahlreiche Kinder, hier Mika und Jella mit ihren Eltern. Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Ausgezeichnete Kinder sind sie alle: hervorragende junge Pianisten, die schon mehrfach Preise beim Landeswettbe-werb „Jugend musiziert“ und dem Rotary Klavier Wettbe-werb Jugend abgeräumt haben. Und nach dem Motto „Kinder spielen für Kinder“ stellten sie sich beim gestrigen Benefizkonzert des Klavier-Festivals Ruhr zudem in den Dienst der Wohltätigkeit. Der Reinerlös fließt dem Essener Kinderschutzbund zu sowie mehreren Projekten der Stiftung Klavier-Festival Ruhr von der musikalischen Förderung jüngster Talente bis zur Unterstützung Schwerbehinderter.

Steilvorlage: 1000 Euro von Ranga Yogeshwar

Die Spende machte man den zahlreichen Besuchern in der Philharmonie bequem mit Vordrucken, die dem Programm beilagen und gleich ausgefüllt und abgegeben wer-den konnten. TV-Moderator Ranga Yogeshwar, der auch in diesem Jahr durch das Programm führte, ging da persönlich mit einer Steilvorlage von 1000 Euro voran.

Doch zurück zu den musikalischen Wunderkindern, die sich teilweise noch etwas wortkarg zeigten, sich aber alle schon recht professionell auf dem Podium bewegten. Was für eine eiserne Disziplin müssen sie bereits von früher Kindheit an aufgebracht haben, um hier so technisch perfekte und teilweise auch reife Leistungen darbieten zu können wie Susanne Xiaochen Cui oder Laura Pitz. Dabei hätten die Eltern keinen ehrgeizigen Zwang auf sie ausgeübt, so Yogeshwar, sie seien keineswegs „Musik-Roboter“, sondern pflegten noch andere Interessen. Tom Pauls, mit elf Jahren und Liszt-Mähne der Jüngste, gibt nicht etwa Musik, sondern Mathe und Physik als Lieblingsfächer an, gewinnt Beethoven aber trotzdem gut empfundene Ritardandi ab. Kai Sommer (13) ist ein empfindsamer Mozart-Interpret und zugleich passionierter Fledermaus-Experte. Und alle neun wirken im Interview und am Flügel nicht abgehoben, sondern natürlich bis hin zu Tobias Haunhorst, der jetzt nach zwei übersprungenen Klassen sein Abitur gebaut hat und mit Ravels „Ondine“ ein technisch höchst schwieriges Stück in impressionistischem Klangzauber entfaltete.

Die zwölfjährige Cynthia Maya Bal konnte von sich erzählen, zusammen mit Lang Lang Rachmaninow gespielt zu haben, Johanna Thiele wartete mit einer eigenen Komposition auf. Und neben Tilmann Schnitker gab Tanja Zhou, die im rosafarbenen Kleid graziös hereinschwebte, den vielen jungen Zuhörern im gut gefüllten Alfried-Krupp-Saal nach ihrer perlend gelungenen „Schwarze-Tasten-Etüde“ von Chopin einen super Tipp zum Erfolg: „Der Trick ist – üben“. Eigentlich ganz einfach . . .