Baustart für die Holsterhauser Cranachhöfe im Februar

Allbau-Chef Dirk Miklikowski informierte über das 54-Millionen-Euro-Projekt Cranachhöfe, das einmal eine neue Mitte im Stadtteil sein wird. Viele, im Vorfeld geäußerte, Bürgerwünsche finden sich in der Planung aber nicht wieder.
Allbau-Chef Dirk Miklikowski informierte über das 54-Millionen-Euro-Projekt Cranachhöfe, das einmal eine neue Mitte im Stadtteil sein wird. Viele, im Vorfeld geäußerte, Bürgerwünsche finden sich in der Planung aber nicht wieder.
Foto: Knut Vahlensieck
Die Gesellschaft Allbau hat vor rund 180 Bürgern über ihr 54-Millionen-Euro-Projekt in Essen-Holsterhausen informiert. Das Interesse ist riesengroß.

Essen-Holsterhausen. Spätestens im Februar 2017 beginnt der Allbau mit dem Bau des Großprojektes „Cranachhöfe“ an Ort und Stelle des ehemaligen Berufskollegs Holsterhausen an Rubens-/Holsterhauser und Cranachstraße. Das Interesse im Stadtteil an der wohl einschneidendsten Veränderung in Holsterhausen seit vielen Jahrzehnten, die rund ein Jahr später fertig sein soll, ist enorm. Rund 180 Besucher strömten auf Einladung des Holsterhauser Bürgerbundes in die Melanchthonkirche, um sich von Allbau-Chef Dirk Miklikowski informieren zu lassen. Dabei gab es einige Kröten zu schlucken.

„Es musste für uns wirtschaftlich sein.“

„Am Ende steht nun ein Entwurf, der nicht für alle die Erwartungen erfüllt, aber für eine neue Mitte in Holsterhausen sorgt. Es musste für uns wirtschaftlich sein“, sprach Miklikowski offen die vielschichtigen Gemütslagen zwischen Ablehnung und freudiger Erwartung an, die mit dem Mammutprojekt – Investitionsvolumen 54 Millionen Euro – im Stadtteil verbunden ist.

Schon allein die Bezeichnung „Neue Holsterhauser Mitte“ löst bei vielen Händlern des nahen Geschäftszentrums Gemarkenstraße eine Gänsehaut aus, die die neue Konkurrenz nahe der eigenen Ladentüre fürchten. Denn ein Edeka-Markt und eine kleine Ladenstraße mit Café sind im Erdgeschoss des zweiteiligen Gebäudes an Rubens- und Holsterhauser Straße geplant. „Ich glaube nicht, dass beide Edeka-Märkte an der Gemarkenstraße bleiben werden“, so Miklikowski nach einer Bürgerfrage. Immerhin: Man will in den Cranachhöfen keinen Einzelhandel unterbringen, der Druck auf die Gemarkenstraße ausübt – wie auch immer man dies zu steuern gedenkt. Die Politik hatte zwischenzeitlich über eine Verlängerung des rötlichen Fahrbahnbelags der Gemarkenstraße bis hin zum Neubaukomplex diskutiert. Aber: Eine bauliche Verbindung zwischen den Geschäftszentren wird es nicht geben. „Wir stellen Schilder auf, mehr machen wir nicht“, so Miklikowski.

Den zahlreichen Forderungen der Bürger nach mehr Grün im Stadtteil kommt der Allbau mit einem begrünten Innenhof nach, wo auch ein Kinderspielplatz und der Außenbereich der fünfgruppigen Awo-Kita gebaut wird. Allerdings mit dem Haken: „Im Sinne unserer Mieter, der Kita und auch unliebsamen Entwicklungen in solchen Höfen ist der Bereich nur für die Bewohner der Cranachhöfe vorbehalten“, führte Miklikowski aus. Ratsherr Hans Aring (SPD) hatte für die Besucher ein kleines Trostpflaster parat: „Auf dem Geländeabschnitt zwischen Cranachschule und Neubau soll ein Grünstreifen an der dortigen kleinen öffentlichen Parkfläche entstehen – im Grunde eine Verlängerung der Barthel-Bruyn-Straße“, berichtete er. Für viele Teilnehmer der Gestaltungsworkshops wird dies wohl kein großer Trost sein.

Doch aller Kritik zum Trotz, die in der Melanchthonkirche eher dezent oder zwischen den Zeilen geäußert wurde, besteht ein großes Interesse am Projekt und insbesondere an den 42 geförderten Mietwohnungen im fünfgeschossigen Komplex an Rubens- und Holsterhauser und an den 29 teureren Domizilen an der Cranachstraße. „Es gibt sicher allein 300 Interessenten für die frei verfügbaren Wohnungen. Wie kommt man an sie heran?“, sprach eine Besucherin die Frage von vielen Essenern aus. Für die, so Miklikowski, würden Wartelisten erstellt. Bei der Verteilung der subventionierten Wohneinheiten werde die Stadt ein Wörtchen mitreden. Doch um welche Objekte es in der auserkorenen „Neuen Mitte Holsterhausen“ auch gehen wird, an Nachfrage dürfte es dem Allbau nicht mangeln.

 
 

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