Baron von Fürstenberg übernimmt Hotel Hugenpoet selbst

Maximilian Freiherr von Fürstenberg (links) und Hotelier Michael Lübbert.
Maximilian Freiherr von Fürstenberg (links) und Hotelier Michael Lübbert.
Foto: WAZ Fotopool
Neuanfang auf Hugenpoet: Der Eigentümer des Schlosses in Essen-Kettwig, Freiherr von Fürstenberg, wird künftig auch das dortige Hotel betreiben. Der bisherige Hotelier Michael Lübbert zieht sich zurück. Er hatte noch vor zwei Wochen ein Verfahren beantragt, um eine drohende Insolven abzuwenden.

Essen.. Ab 1. Januar kommenden Jahres brechen für Maximilian Freiherr von Fürstenberg ganz neue Zeiten an. Bislang war der 41-jährige Baron „nur“ Eigentümer der Immobilie Schloss Hugenpoet. Ab dem kommenden Jahr wird von Fürstenberg auch das Hotel darin betreiben: Am Donnerstag unterzeichneten von Fürstenberg und der bisherige Hotelbesitzer Michael Lübbert einen entsprechenden Kaufvertrag.

Lübbert, seit fast 20 Jahren geschäftsführender Gesellschafter der Schloßhotel Hugenpoet GmbH, zieht sich dann ganz zurück. „Natürlich auch mit einer Träne im Knopfloch, schließlich habe ich zusammen mit meiner Frau hier viel Herzblut investiert“, sagte er nach der Unterzeichnung. Er wolle künftig als Berater tätig sein.

Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte Lübbert noch ein so genanntes Schutzschirmverfahren für seine Firma beantragt, um eine drohende Insolvenz des Hotels abzuwenden. Gestern nannte er den Schritt einen „übereilten Entschluss“. Denn eine Woche später zog er den Antrag bereits wieder zurück, offenbar nachdem sich die Lösung mit von Fürstenberg anbahnte. Beide hatten schon längere Zeit über einen solchen Schritt verhandelt. Ob mit dem beantragten Schutzschirmverfahren die Einigung beschleunigt wurde, blieb am Donnerstag offen.

Seit 200 Jahren mit dem Haus Hugenpoet verbunden

Über seine künftigen Pläne als Schloss- und Hotelbesitzer auf Hugenpoet gab sich Freiherr von Fürstenberg noch sehr zurückhaltend. „Es geht mir in erster Linie um Kontinuität. Ich schließe dort an, wo Herr Lübbert aufhört“, sagte er.

Kommentar Der Schritt sei für ihn naheliegend gewesen, schließlich sei seine Familie schon seit fast 200 Jahren mit dem Haus verbunden. Sein Vater wohnte selbst noch bis 1955 dort. Und Maximilian Freiherr von Fürstenberg selbst feierte seine Hochzeit mit Stephanie Gräfin Adelmann von Adelmannsfelden in dem idyllischen Ambiente auf Hugenpoet.

Mitarbeiter des Schlosshotels werden übernommen

Das Schloss kennt der Adelige, der in Düsseldorf lebt, gut. In Kettwig sitzt auch seine Freiherr von Fürstenberg’sche Vermögensverwaltung. Dort sei er ohnehin häufig. Ihn schrecke auch die Vorstellung nicht, welche Überraschungen sich noch in dem alten Gemäuer verbergen dürften. Lübbert nämlich waren diese auf die Füße gefallen. Die umfangreichen Sanierungs- und Umbaukosten in dem Hotel waren aus dem Ruder geraten und über eine Million Euro teurer als geplant – ein Grund, warum das Hotel in Schieflage geraten war. „Als Bauherr habe ich mich nicht mit Ruhm bekleckert“, räumte Lübbert ein.

Für die rund 80 Hotel-Mitarbeiter soll es trotz des Betreiberwechsels keine Änderungen geben. Alle würden übernommen, versicherte von Fürstenberg. Das operative Geschäfte wird zunächst Gesa Brennecken, bislang stellvertretende Hotel-Direktorin, weiterführen bis ein neuer Geschäftsführer gefunden ist.

 
 

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