Badeverbot im Baldeneysee steht auf dem Prüfstand

Sind solche Bilder am Baldeneysee bald Alltag? Der Ruhrverband hat ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Foto: Udo Geisler
Sind solche Bilder am Baldeneysee bald Alltag? Der Ruhrverband hat ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Foto: Udo Geisler
Foto: Udo Geisler
Schwimmen im Baldeneysee - das könnte schon bald wieder möglich sein: Das Wasserforschungsinstitut IWW untersucht im Auftrag des Ruhrverbands, unter welchen Bedingungen das bisherige Badeverbot aufgehoben werden könnte. Grenzwerte werden schon jetzt an manchen Sommertagen unterschritten.

Essen.. Schwimmen im Baldeneysee? Ältere Semester werden sich noch daran erinnern. An den Sprungturm am Strandbad Baldeney, an heiße Sommer, in denen sich Schwimmer in die kühlen Fluten des Stausees stürzten. Und nicht nur sie werden sich fragen, warum das Schwimmen im See heute verboten ist, wo der Ruhrverband doch jedes Jahr aufs Neue in seinem Ruhrwassergütebericht hervorhebt, dass sich die Wasserqualität verbessert hat.

Viele Ursachen für Krankheitserreger

Könnte das Schwimmen wieder erlaubt werden? Der Ruhrverband will es genauer wissen und gab am Mittwoch im Verbandssitz an der Kronprinzenstraße den Startschuss für ein Forschungsprojekt; unter Federführung des Wasserforschungsinstituts IWW wird untersucht, unter welchen Bedingungen der Baldeneysee und die Ruhr zum Baden freigegeben werden könnten.

Lange ist es her: 1952 hatte die Bezirksregierung Düsseldorf erstmals ein Badeverbot für die untere Ruhr erlassen, damals schon aus hygienischen Gründen. Heute werden strengere Maßstäbe angelegt, nicht nur am Baldeneysee, sondern in der gesamten Europäischen Union. Krankheitserreger werden nachgewiesen im Ruhrwasser. Verursacher dafür gibt es viele: der Kot von Wasservögeln, Gülle, die der Regen von den Feldern in den Fluss spült, oder Abwasser, das bei starkem Regen ins Wasser gelangt, wenn das Mischsystem der Kanäle Schmutz- und Regenwasser nicht mehr trennen kann.

Und dennoch: „Bei stabilem Sommerwetter unterschreiten wir an bestimmten Stellen in der Ruhr schon heute die Grenzwerte der Badewasser-Richtlinie - allerdings nur bis zum nächsten Gewitter oder bis zum nächsten Hochwasser“, weiß Professor Ralf Klopp vom Ruhrverband.

Hygienische Risiken gibt es immer

Bislang stützt sich der Wasserversorger auf Stichproben. Zur systematischen Analyse werden nun zwischen dem Kemnader See und dem Baldeneysee Messstellen eingerichtet, um regelmäßig Proben zu nehmen. Welche Schadstoffe sind im Wasser? Welchen Risiken würden sich Badende aussetzen?

Nicht nur diese Fragen gilt es zu klären, sondern auch organisatorische: Wie werden die Bürger darüber informiert, wann sie baden können und wann nicht? Denn da sind sich die Experten beim Ruhrverband und im Gesundheitsamt bereits sicher: Frei von hygienischen Risiken wird das Ruhrwasser nie sein können. In drei Jahren wird man mehr wissen. So lange ist das mit 3,1 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt angelegt.

 
 

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