Essen

Badeunfälle in der Ruhr – wieso gibt es keine Badeverbotsschilder?

In der Ruhr ist das Baden grundsätzlich verboten (Archivbild).
In der Ruhr ist das Baden grundsätzlich verboten (Archivbild).
Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Essen. Am Sonntagabend wäre ein junger Mann fast in der Ruhr in Essen ertrunken.

Beim Versuch, den Fluss in Steele zu durchqueren, ging der 19-Jährige unter und wäre beinahe gestorben. Er wurde in ein Krankenhaus in Essen eingeliefert, sein Zustand ist noch immer lebensbedrohlich.

Essen: Grundsätzliches Badeverbot in der Ruhr

Wie die Polizei auf Anfrage von DER WESTEN erklärt, konnte der Mann nicht gut schwimmen.

Wusste er auch vom Badeverbot, das in der Ruhr und dem Baldeneysee mit Ausnahme ausgewiesener Stellen gilt, nichts? An einigen Stellen gibt es Hinweisschilder, die auf das Verbot aufmerksam machen. Doch das ist bei weitem nicht überall der Fall.

+++ Nach Badeunfall in der Ruhr: So reagiert die Stadt Essen auf den schlimmen Unfall +++

Warum? Würde die Stadt Essen an jedem Ort, an dem es notwendig wäre, ein Verbotsschild aufstellen, „hätten wir bald einen Schilderwald, es wären verdammt viele“, so Jasmin Trilling, Pressesprecherin der Stadt, gegenüber DER WESTEN.

Keine weiteren Verbotsschilder in Essen geplant

Die Stadt müsse informieren, gleichzeitig aber auch verhindern, dass Bürger durch die Schilder gestört werden. Zudem sei es die Aufgabe der Stadt, an mögliche Schwimmer zu appellieren, nicht in gefährlichen Gewässern baden zu gehen. „Selbst wenn es Schilder gibt, setzen sich manche auch darüber hinweg und gehen trotzdem in den Fluss“, sagt sie weiter.

Weitere Verbotsschilder seien aus den genannten Gründen derzeit nicht geplant.

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Um Verstoße zu verhindern, kontrollieren Streifendienste des Ordnungsamtes die Gewässer – doch flächendeckend sei das nicht möglich. Am Baldeneysee und den Ruhrwiesen werden schwerpunktmäßig Routinekontrollen durchgeführt.

Wird jemand dabei ertappt, gegen das Badeverbot zu verstoßen, muss er blechen: Das Bußgeld liegt bei 50 Euro.

40 Menschen in NRW 2019 ertrunken

Die Vorfälle haben sich sich vermehrt, seit mehr Flüchtlinge in der Stadt leben, sie können häufig nicht gut schwimmen. Und: Angebrachte Schilder müssen laut Gesetz in der Amtssprache Deutsch verfasst werden, auch wenn es erlaubt sei, dass darunter eine zusätzliche Sprache steht, so Trilling weiter.

Gemeinsam mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wird in Flüchtlingsunterkünften aufgeklärt, Flyer werden verteilt, um deutlich zu machen, wie gefährlich es ist, ins Wasser zu springen.

Laut DLRG starben in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres bundesweit mindestens 250 Menschen bei Badeunfällen. 40 davon entfallen auf Nordrhein-Westfalen, zehn Prozent waren Flüchtlinge.

 
 

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