Bad am Südpark steht vor der Schließung

Die jahrelange Galgenfrist nähert sich ihrem Ende, und so wie’s aussieht, dürfte das beschauliche „Bad am Südpark“ seinen 50. Geburtstag nicht mehr erreichen. Denn nachdem die Sanierungsarbeiten im Stadtbad Nord-Ost und im Kombibad Oststadt so gut wie abgeschlossen sind, wird das 1967 am Steeler Pfad errichtete Bad als Ausweichstandort nicht mehr gebraucht. Die Stadt will es deshalb zum Jahresende dicht machen. Ob der Rat einwilligt, entscheidet sich am 26. November.

Dass das Bad dicht gemacht wird, ist seit rund sechs Jahren ausgemachte Sache – als Bestandteil des einst mit großen Mühen ausgeheckten Bäderkonzeptes. Das sollte einerseits die Essener Bäderlandschaft für die nächsten Jahre „zukunftsfest“ machen und brauchte andererseits den Segen von der Kommunalaufsicht. Denn im Zuge des politischen Kompromisses waren und sind auch beachtliche Investitionen in Bäder geplant: Derzeit entsteht noch das neue Hallenbad am Thurmfeld nördlich der Uni, und wenn sich dort zum Jahreswechsel 2015/16 die ersten in die Fluten stürzen, steht die Sanierung oder womöglich der Abriss und Neubau des Stadtbads in Borbeck an.

Zuvor aber noch dieses letzte bittere Kapitel für die Bäder: Seit 2003 hat im „Bad am Südpark“ der Essener Sportbund als Pächter das Sagen. Gut 75 000 Gäste zählt man hier im Jahr, darunter 25 000 in den Schwimmstunden für die Öffentlichkeit. Weil Personal fehlte, mussten Kurse ausfallen, und damit gingen auch Einnahmen verloren. Folge: „Im Bad am Südpark machen wir dieses Jahr 30.000 bis 40.000 Euro Miese“, sagt Espo-Chef Wolfgang Rohrberg. Ohnehin litt der Spaß im Bad am Südpark zuletzt arg darunter, dass das Gebäude ziemlich marode daherkommt. Auch deshalb darf als nahezu ausgeschlossen gelten, dass die Politik noch mal das Ruder herumreißt und sich für den Fortbestand des Bades einsetzt.

 
 

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