Awo prangert Reil als „rassistisch“ an

Die Essener Arbeiterwohlfahrt rechnet im Fall Reil noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung des Awo-Schiedsgerichts. Wie berichtet will die Awo das langjährige Mitglied Guido Reil rauswerfen, seitdem dieser von der SPD zur AfD wechselte.

Auf einer Pressekonferenz erneuerte die Awo-Spitze ihre Vorwürfe gegen den Karnaper Ratsherrn. „In der Talksendung ‘Lanz’ hat Guido Reil arabischstämmige Menschen pauschal als nicht integrierbar bezeichnet – das ist klar rassistisch“, betonte Awo-Geschäftsführer Oliver Kern. „Eine ganze Ethnie zu verunglimpfen, das hatten wir 1933 schon einmal.“

Der Essener Kreisvorsitzende Klaus Johannknecht berichtete von einem Gespräch mit Reil. Die Begegnung habe die unüberbrückbaren Differenzen bestätigt. „Die Positionen, die Guido Reil vertritt, sind nicht deckungsgleich mit den Grundwerten der Awo.“ Sollte sich das Schiedsgericht gegen den Rauswurf Reils entscheiden, werde man die Entscheidung akzeptieren.

Oliver Kern bekleidet seit sechs Monaten den Posten des Geschäftsführers. Unter ihm soll die Essener Awo wieder politischer und schlagkräftiger werden. In drei Jahren wird die Arbeiterwohlfahrt auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken. „Wir sollten stolz sein, dass die SPD die Awo vor 96 Jahren gegründet hat“, so Kern.

Angesichts des Wahlsieges von Donald Trump in den USA müssten sich die Parteien hierzulande verstärkt der Sorgen der Menschen annehmen. „Wer wenn nicht wir soll die Stimme erheben?“, sagte Kern, der prekäre Beschäftigungsverhälnisse und die hohe Kinderarmut in Essen tadelt. „Wir müssen den Menschen Arbeit geben, die sich lohnt.“

Klaus Johannknecht erinnerte daran, dass der Awo-Kreisverband mit 6500 Mitgliedern, 1000 ehrenamtlich Aktiven, 30 Ortsvereinen und 1500 Festangestellten der größte in Deutschland sei. „Wir sind nicht nur für Kaffeetrinken zuständig, sondern auch für Politik.“

 
 

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