Ausladen geht immer noch

Nach den Paris-Attentaten, nach dem Brüsseler Terror tritt ein angeblicher Hassprediger in Steele auf und die Behörden sehen keine Handhabe. Wie bitte? Ja: Was in dem Kontext zigfachen Mordes als ungeheuerlich erscheinen mag, ist behördlicher Alltag. Tarik Ibn Ali wird nicht als Straftäter gesucht, und es gibt keinen Anlass, die Veranstaltung zu verbieten. Willkür sieht der Gesetzgeber nicht vor. Im aktuellen Fall ist Argwohn und Aufmerksamkeit angesagt, aber Hysterie wohl fehl am Platze. Der Mann ist kein Gewaltprediger, sagt der Essener Rechtsanwalt Azzadine Karioh, der wie Tarik Ibn Ali aus Marokko stammt und ihn von Kindesbeinen an kennt. „Er ist ein Schwätzer“ mit einem rückwärtsgewandten Rollenverständnis, ungefährlich, dennoch in der Szene von Molenbeek ein Star, einer, den die Ermittler einfach nicht übersehen konnten. Deshalb sei er mit der Radikalisierung eines Paris-Attentäters in Verbindung gebracht worden, meint Karioh, der den Prediger, wäre er Chef der marokkanischen Gemeinde, allerdings „nicht eingeladen“ hätte. Ausladen geht immer noch.

 
 

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