Aus Luft wird Wasser

Junge Kettwiger Unternehmer haben sich das Europa-Patent für ein Gerät gesichert, das aus Luft Wasser macht. Dieses Gerät steht in Kettwig in der Adler Apotheke in der Wilhelmstr. 16. Das Foto zeigt von links den Vertriebsleiter Andreas Solle, den Geschäftsführer Christian Janda und den Apotheker Martin Fischer am Gerät.                                                                                                                                        Foto: Alina Plaßmann/WAZ FotoPool
Junge Kettwiger Unternehmer haben sich das Europa-Patent für ein Gerät gesichert, das aus Luft Wasser macht. Dieses Gerät steht in Kettwig in der Adler Apotheke in der Wilhelmstr. 16. Das Foto zeigt von links den Vertriebsleiter Andreas Solle, den Geschäftsführer Christian Janda und den Apotheker Martin Fischer am Gerät. Foto: Alina Plaßmann/WAZ FotoPool
Foto: WAZ

Kettwig. „Was ist denn das für eine Maschine?“ Kunden, denen Apotheker Dr. Martin Fischer ein Glas Wasser anbietet, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Statt eines Wasserspenders mit dem charakteristischen Kunststoffbehälter besitzt der Pharmazeut seit kurzem ein Gerät, das Trinkwasser aus der Luft herstellt. Das soll funktionieren?

„Es klappt völlig problemlos“, was den Kettwiger Andreas Solle natürlich freut. Mit Partner Christian Janda gründete er die Aqua Pegair GmbH & Co. KG. Geschäftsziel: Vertrieb der „Wundermaschine“. Mit dem Hersteller vereinbarten sie Exklusivrechte unter anderem für Deutschland, die Schweiz und Österreich.

„Natürlich konnte ich es zuerst nicht glauben“, gesteht Solle. „Ein Freund hatte in einem amerikanischen Wissenschaftsmagazin davon erfahren. Wir haben recherchiert und uns ein Exemplar besorgt.“ EcoloBlue nennt sich die etwas über einen Meter hohe Maschine, die ähnliche Geräusche wie eine Spülmaschine von sich gibt.

Das Gerät saugt Raumluft an und kondensiert einen Teil der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit zu Wasser. Genau hier setzte ein Erfinder an. Ihm gefiel nicht, dass das eigentlich kostbare Nass entsorgt werden muss. Er entwickelte ein zwölfstufiges Filtersystem, das unter anderem auch mit UV-Licht arbeitet. In mehreren Schritten entzieht es dem Wasser und der Raumluft zunächst grobe Verschmutzungen wie Staub, Pollen und Pilzsporen. Kernstück des Atmosphärischen Wassergenerators ist eine biotechnologische Sensation: Das Prinzip des so genannten Reverse Osmose Filter findet seine Anwendung bereits in Wasserentsalzungsanlagen.

Das für EcoloBlue entwickelte Bauteil dringt allerdings in die Nanosphäre vor. Seine Membran lässt außer Wassermolekülen nichts passieren. Heraus kommt pures klares Wasser. Zur Aufwertung passiert das Wasser in einem letzten Arbeitsschritt einen Mineralfilter aus Quarz, der lebenswichtige Mineralien und Spurenelemente wie z.B. Magnesium, Kalzium, Selen und Zink zufügt. Somit wird aus diesem Wasser Mineralwasser in bester Qualität. Bis zu 30 Liter am Tag sind möglich. Die Anlage arbeitet ab 30 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Weich wie Quellwasser schmeckt das fertige Produkt. Solle und Janda interessierte aber auch der gesundheitliche Aspekt. Proben und Analysen von unabhängigen Laboren bestätigen die Qualität.

Analysen bestätigen
die gute Qualität

Wo ist der Haken? Die Maschine benötigt natürlich Strom. Der Verbrauch halte sich aber in Grenzen. „Hier ist ein Vergleich zu Mineralwasserflaschen oder den Gallonen für die Wasserspender interessant. Die Kostenersparnis beträgt mindestens die Hälfte bei Disounter-Mineralwasser bis hin zu erheblichem Preisunterschied bei Marken-Wasser (vier Mal teurer) oder den Gallonen für die Wasserspender (gut fünf bis sieben Mal teurer)“, erläutert Janda.

Aber der Energiebedarf weckte den Ehrgeiz der Firmengründer. Sie entwickelten Paketlösungen. So kann man den EcoloBlue, der gekauft oder geleast werden kann, mit einem Solarpanel ausstatten. Der Energieaufwand liegt im Bereich eines Computers. Außerdem vermitteln Solle und Janda Verträge mit Anbietern von Ökostrom.

Ganz im Geiste ökologischer Nachhaltigkeit werden Wasserflaschen und Trinkbecher getestet, die, weil sie aus pflanzlichen Eiweißen bestehen, kompostierbar sein sollen. Somit kann jeder Besitzer eines EcoloBlue das Wasser abfüllen und in die Tasche stecken – ohne PET.

„Wir sehen eine Fülle von postiven Effekten für die Umwelt“, so Janda. „Transportwege entfallen. Außerdem wird jede Menge Müll vermieden. Dies sorgt für eine vorbildliche CO2 Bilanz.“

Fischer verweist auf gesunheitliche Aspekte. „Das Wasser enthält weder Medikamentenrückstände noch radioaktive Substanzen.“ Der Werdener Heilpraktiker Roland Tennie, der das Gerät ebenfalls unter die Lupe genommen hat, spricht von positiven gesundheitlichen Effekten.

Zeitgleich mit der Firma gründen die beiden Unternehmer einen karitativen Verein. AquaPegair soll aus Teilen des Verkaufserlöses Wassergeräte finanzieren, die vom Hilfsorganisationen oder von Dorfgemeinschaften in Afrika und Asien genutzt werden können. Den Wassergenerator gibt es nicht nur für den Hausgebrauch. Bis zu 5000 Liter produziert das größte Exemplar.

 
 

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