Aus für soziales Boxprojekt?

Janet Lindgens
Box-Trainer Viktor Ginkel.
Box-Trainer Viktor Ginkel.
Foto: Fremdbild/VKJ
Dem Box-Projekt des Trägervereins VKJ droht im kommenden Jahr das Aus. Denn der Verein sucht noch immer Sponsoren. 40 benachteiligte Jugendliche nutzen regelmäßig das Angebot.

Dem Boxprojekt des Vereins Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten (VKJ) droht nach vier Jahren das Aus. Wie VKJ-Geschäftsführer Oliver Kern sagte, sei die Finanzierung für das kommende Jahr wenige Wochen vor Jahresfrist noch offen. Der Verein brauche 40 000 Euro von Sponsoren, um das Angebot 2013 weiter zu stemmen, so Kern. „Es wäre mein größter Weihnachtswunsch, wenn wir das Boxprojekt retten können“, sagte er. Mit dem Geld finanziert der VKJ eine Trainerstelle.

Das Boxangebot wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen. Von der Krupp-Stiftung gab es seither die Anschubfinanzierung. „Das war schon ungewöhnlich lange“, meint Kern. Es sei auch klar gewesen, dass sich die Stiftung nach vier Jahren zurückziehen würde. Der VKJ warb zwar im Jahr 2011 rund 1,5 Millionen Euro Sponsorengelder für seine verschiedenen Projekte ein. Doch Kern sagt: „Gerade im Jugendbereich ist es schwer, Geldgeber zu finden.“

Das Boxtraining, das in Zusammenarbeit mit dem Verein Boxring angeboten wird, nutzen regelmäßig rund 40, meist männliche Jugendliche. Sie sind in der Regel zwischen 14 und 17 Jahren alt. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund, keinen oder nur einen schlechten Schulabschluss und der eine oder andere hat auch schon Erfahrungen mit der Justiz gemacht. „Die Sozialprognose für etliche dieser Jugendlichen gibt aus Sicht der Sozialen Dienste erheblichen Anlass zur Sorge“, heißt es in einem Erfahrungsbericht des VKJ.

Das Training gebe ihnen dagegen Erfolgserfahrungen, die sie sonst eher selten machen. So sind unter ihnen mehrere Deutsche Meister in verschiedenen Gewichts- und Altersklassen. Trainiert werden sie mehrmals die Woche im Bürgerhaus Oststadt und in Stoppenberg von Viktor Ginkel, einem ehemaligen Nationaltrainer aus Kasachstan. Er hört laut VKJ zwar altersbedingt Ende des Jahres auf, würde aber das Training auch als Rentner weiter leiten.