Aufregung um Schlägerei nach Public Viewing in Essen

Die Polizei trennte am Montagabend Fangruppen vor der Essener Grugahalle.
Die Polizei trennte am Montagabend Fangruppen vor der Essener Grugahalle.
Foto: Knut Vahlensieck / WAZ FotoPool
5200 Fans kamen am Montagabend in die Essener Grugahalle, um sich beim Public Viewing das WM-Spiel Deutschland gegen Portugal anzuschauen. Nach dem Abpfiff kam es auf einem benachbarten Parkplatz zu einem Tumult und einer Schlägerei. Die Polizei präzisierte am Dienstag ihre Angaben zu dem Fall.

Essen.. Beim Public Viewing in der Grugahalle feierten am Montagabend 5200 Fans den 4:0-Sieg der deutschen Elf über Portugal. Während die große Mehrheit nach Abpfiff friedlich weiterzog, provozierten auf Parkplatz P1 an der Halle einige junge Männer eine Auseinandersetzung. Dadurch kam es zu einem Tumult, einige Personen schlugen aufeinander ein. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Die Polizei nahm einen Mann wegen gefährlicher Körperverletzung fest.

Laut einer ersten Einschätzung der Polizei vom Montagabend seien „circa 100 Personen kurzfristig in Streit“ geraten. So meldete es die Polizeipressestelle. Die Nachrichtenagentur dpa belieferte in der Folge Medien deutschlandweit mit der Nachricht, „in Essen stritten und schlugen sich 100 Menschen“.

Seit 2006 keine Gewalt beim Public Viewing in der Grugahalle

Dagegen betont Thomas Siepmann, der Veranstalter des Public Viewings, verärgert: Von einer Massenschlägerei mit 100 Beteiligten könne nicht die Rede sein. Stattdessen seien „fünf bis sechs Personen in ein Handgemenge“ verwickelt gewesen. „Dafür verbürgen wir uns.“ Eine größere Gruppe habe lediglich zugeschaut. Die Schlägerei habe maximal zwei Minuten gedauert. Die von ihm engagierte Security – rund 60 Sicherheitskräfte waren im Einsatz – habe rasch eingegriffen. Dass sein Event kein Sicherheitsproblem hat, belegt der Inhaber der Eventagentur TAS Emotional Marketing mit dieser Bilanz: Seit 2006 gibt es das XXL-Rudelgucken bei Welt- und Europameisterschaften – noch nie sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Siepmann will „den Dialog mit der Polizei suchen. Wir behalten uns aber auch eine Beschwerde bei der Polizeipräsidentin vor.“

Die Behörde selbst präzisierte gestern ihre Angaben: Am Streit seien 100 Personen beteiligt gewesen. Geschlagen hätten sich jedoch nur einzelne Beteiligte. Ein Mann, der festgenommen wurde, habe mit einem Gürtel zugeschlagen. Nach Darstellung der Polizei soll vor der Schlägerei eine Gruppe junger Männer mit Migrationshintergrund Besucher gezielt provoziert haben. Ob die Gruppe zuvor in der Halle war, ist unklar. Mit Blick auf die bevorstehenden Public-Viewings in der Gruga hat die Polizei „keine Sicherheitsbedenken“. Aber: Dass es wieder zu provozierten Auseinandersetzungen außerhalb der Grugahalle kommt, könne nicht ausgeschlossen werden.

Angriff auf Evag-Mitarbeiter am Berliner Platz

Auch am Berliner Platz nahm die Polizei einen Mann fest. Er war betrunken und hatte versucht, einen Mitarbeiter der Evag zu verletzen.

Sofort nach Spielschluss hatte die Polizei die bekannten "Fanmeilen" am Berliner Platz und auf der Rüttenscheider Straße abgesperrt. "Nach circa zwei Stunden war die erste Freude abgeklungen und die Einsatzlage normalisierte sich wieder", zog die Polizei Essen am späten Abend eine Zwischenbilanz.

 

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