Auf Freiersfüßen in Gummistiefeln

„Landeier – Bauern suchen Frauen“ heißt es derzeit im Rathaus-Theater: Aneinandergereihte Ostfriesenwitze treffen in dieser Komödie auf die freche Frivolität des britischen Filmhits „Ganz oder gar nicht“.

Während die Briten ihren Männerstrip noch mit Sozialkritik würzten, reicht es in der norddeutschen Version des Autors Frederik Holtkamp – angeblich das Pseudonym eines erfolgreichen Roman-Schriftstellers – nur für Reminiszenzen an die Dokusoap „Bauer sucht Frau“. Denn auch in dem Stück suchen drei Landwirte ihre bessere Hälfte – und da in ihrem Dorf keine passenden Gegenstück leben, tun sie das, was jeder halbwegs Irre tun würde: Sie drehen ein Strip-Video fürs Internet. Unterstützung bekommen sie vom ergrauten Dorf-Kneipenwirt, einer resoluten Postbotin und einer jungen, hübschen Durchreisenden, die natürlich zum Schluss den attraktiven der drei Bauerntrampel abgreift.

Das klingt als Handlung nicht besonders originell, dient aber sowieso nur dazu, Kalauer, klischeehafte Witze und Anzüglichkeiten aneinanderzureihen, bis endlich der Strip-Videodreh zu sehen ist. Dem Aufbau des Stücks ist anzumerken, dass alles auf diesen Höhepunkt hinausläuft: Denn während anfangs die Pointen noch oft an ihrem Ziel vorbeischießen und etwas bemüht daherkommen, gewinnt der Witz in der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt.

Dominik Paetzholdts temporeiche Inszenierung gewinnt vor allem durch seine gut aufgelegten Darsteller, allen voran Dirk Siebenmorgen und Sebastian Teichner als Vorzeige-Dorftrottel Jens Jansen (!) und Jan Jensen (!!), die mit Selbstbewusstsein und in witzigen Choreographien ihre Bierbäuche vorzeigen. Während die Damen im Publikum gleichzeitig Martin Brückners Waschbrett-Body als Sonnyboy-Farmer Richard Bauer (!!!) bewundern dürfen. Isabell Behrendt ist als Touristin Lavinia vor allem für die optischen Reize zuständig, Egon Brennecke als sympathischer Wirt und Marion Reck als Briefträgerin mit Herz bringen Berliner Keckheit ins norddeutsche Flachwitz-Idyll.

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