Asta der Uni Duisburg-Essen wagt den Neustart nach dem Skandal um die verschwundene Wahlurne

Viel Wirbel und eine verschwundene Wahlurne gab es nach der Wahl des Studierendenparlaments: Unser Bild zeigt die Rückkehr der Urne Anfang März.
Viel Wirbel und eine verschwundene Wahlurne gab es nach der Wahl des Studierendenparlaments: Unser Bild zeigt die Rückkehr der Urne Anfang März.
Foto: WAZ FotoPool
Nach viel Chaos in den vergangenen Wochen und Monaten hat die Universität Duisburg Essen nun eine neue Studierendenvertretung (Asta). Der neue Vorsitzende Semih Inak ist zuversichtlich, dass nun Ruhe einkehrt. Inak tritt ein schweres Erbe an.

Essen. Der Asta der Universität Duisburg Essen (UDE) machte seit einem Jahr eher unschöne Schlagzeilen: Da ermittelte die Staatsanwaltschaft, weil der Verdacht bestand, dass die Studentenvertreter mit öffentlichem Geld Privat-Partys geschmissen hatten, da verschwand nach der Wahl zum Studierenparlament im November 2011 eine Wahlurne. Anschließend wurde monatelang darüber gestritten, ob die Wahl überhaupt gültig sei. Als der Asta im März 2012 endlich zur konstituierenden Sitzung zusammentrat, waren letzte Zweifel daran noch immer nicht ausgeräumt.

Neuwahl des Studierendenparlamentes

Am Ende beschlossen die Studentenvertreter eine Neuwahl des Studierendenparlamentes (Stupa), die vom 18. bis 22. Juni stattfand – und diesmal offenbar reibungslos vonstatten ging. Denn wie die UDE jetzt mitteilt, konnte das neue Studentenparlament bereits am 12. Juli zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen und einen neuen Asta wählen. ihm gehören Vertreter der GHG (Grüne Hochschulgruppe), der S-MFG (Studierende - Muslime für Gerechtigkeit), der LiLi.SDS (LinkeLis-te.SDS) sowie der HSGFB (Hochschulgruppe Flunkyball) an.

Zum neuen Vorsitzenden wählte das Stupa Semih Inak (GHG), der die Amtsgeschäfte vom bisherigen Vorsitzenden Felix Hesse (Juso HSG) übernimmt.

Noch wichtiger als Personalien und Parteizugehörigkeiten sind wohl die guten Vorsätze, mit denen der neue AStA nun antritt: Man wolle, so heißt es, „neue Akzente in der Hochschulpolitik und der politischen Bildung setzen“. Dazu gehörten Themen wie Anti-Diskriminierung, die Förderung einer kritischen Wissenschaft sowie die Gleichberechtigung der Religionen. Außerdem wolle man ein vielfältiges Kulturprogramm mit inter- und transkulturellen Elementen erarbeiten. Fortgesetzt und ausgebaut werden solle die „gute Arbeit in der Sozialpolitik und im Referat für Ökologie und Mobilität“.

Der neue Vorsitzende Semih Inak, der ein schweres Erbe antritt, gab sich zuversichtlich. „Das in mich gesetzte Vertrauen des Parlaments freut mich sehr. Die chaotischen Zustände der Vergangenheit möchte ich überwinden. Wir als Studierendenvertreter benötigen eine universitäre Kultur, die Studierende für hochschulpolitisches Engagement gewinnt.“

Die breitgefächerte Koalition sieht Inak dabei als Pluspunkt, schließlich liege ihm am Herzen, „Ansprechpartner für alle Studierenden zu sein“.