Essen

Armutsbericht: Diese Stadt im Ruhrgebiet schneidet besonders schlecht ab

Viele Menschen im Ruhrgebiet bekommen Hartz4 oder verdienen weit unter dem Durchschnittseinkommen. (Symbolbild)
Viele Menschen im Ruhrgebiet bekommen Hartz4 oder verdienen weit unter dem Durchschnittseinkommen. (Symbolbild)
Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Essen. Als „Problemregion Nummer 1“ wird das Ruhrgebiet laut einer Studie bezeichnet. Grund: Die Armutsquote liegt im Pott bei rund 21,1 Prozent.

Das Ruhrgebiet als größter Ballungsraum Deutschlands zählt einer Untersuchung zufolge zu den ärmsten Regionen bundesweit. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, bei Vorstellung des „Armutsberichts 2019“. Aber auch die Entwicklung im Großraum Köln/Düsseldorf sei stark problematisch.

Ruhrgebiet gilt als Problemregion Nummer 1 in Deutschland

Bundesweit sei die Armutsquote 2018 zwar erfreulich auf 15,5 Prozent gesunken, es zeichneten sich aber „neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab“. Den „wohlhabenden“ Ländern Bayern und Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von zusammen 11,8 Prozent stehe Nordrhein-Westfalen mit 18,1 Prozent gegenüber. Und im Ruhrgebiet lebe sogar mehr als jeder Fünfte in Armut.

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Aber auch auf den Großraum Köln/Düsseldorf mit gut fünf Millionen Einwohnern solle ein besonderes Augenmerk gerichtet werden, betonte die Analyse. Der Sozialverband sprach von einer „armutspolitischen Problemregion“. Dort seien 17,4 Prozent - rund 910.000 Menschen - im vergangenen Jahr von Armut betroffen gewesen. Das waren 198.000 Personen mehr als zehn Jahre zuvor.

Beim Blick auf das Sorgenkind Ruhrgebiet schneidet der Raum Emscher-Lippe - etwa mit Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Datteln oder Gladbeck - am schlechtesten unter insgesamt vier „Raumordnungsregionen“ ab.

Essen und Dortmund liegen bei über 20 Prozent Armut

2018 waren dort 22 Prozent armutsgefährdet - immerhin aber deutlich weniger als 2017 mit 24,6 Prozent. Die Region mit Dortmund, Hamm und dem Landkreis Unna sieht die Studie bei einer leicht verbesserten Quote von 21,1 Prozent. Der Raum Duisburg/Essen - auch mit Oberhausen und Mülheim - komme auf 20,9 (2017: 21,4) und die Region Bochum/Hagen auf 20,7 Prozent (2017: 22,5 Prozent).

Das Statistische Landesamt geht für NRW von einer Armutsgefährdungsquote von 16,6 Prozent für 2018 aus. Dabei liege sie bei Minderjährigen sogar bei 22,6 Prozent, berichtete IT.NRW am Donnerstag. Zehn Jahre zuvor waren 20,1 Prozent der Heranwachsenden von Armut bedroht.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens zur Verfügung hat. Für die Armutsquote wurden laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband alle Personen gezählt, die in solchen Haushalten leben. Basis waren unter anderem Daten des Statistischen Bundesamts. (dpa/fb)

 
 

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