Arche Noah - eine Kneipe atmet Geschichte

Das Team der Arche ist eine „eingeschworene Familie“. Eileen Sprenger, Karla Jungblut und Andrea Hüster hinter dem schiffsförmigen Tresen. Foto: Torsten Leukert
Das Team der Arche ist eine „eingeschworene Familie“. Eileen Sprenger, Karla Jungblut und Andrea Hüster hinter dem schiffsförmigen Tresen. Foto: Torsten Leukert
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Die „Arche Noah“ in Werden lebt von Kunst und Lebensfreude: Neben alt eingesessenen Essenern lassen sich dort vor allem Kunst- und Musikstudenten der Folkwang ihr Bier schmecken. Dank Andrea Hüster weht seit zwei Jahren eine italienische Brise durch die Kajüten.

Essen. Die „Arche Noah“ in Werden lebt von Kunst und Lebensfreude: Neben alt eingesessenen Essenern lassen sich dort vor allem Kunst- und Musikstudenten der Folkwang-Uni ihr Bier schmecken. Dank Andrea Hüster weht seit zwei Jahren eine italienische Brise durch die Kajüten.

Könnten diese alten Eichenholzbalken reden, sie hätten eine Menge Geschichten zu erzählen. Vor gut 40 Jahren rettete Gastwirt Lambert Spiekermanns die einst im Werdener Fachwerk verbauten Holzmasten vor dem Müll und baute so die „Arche Noah“ auf - er schuf eine Künstlerkneipe, die in Essen wohl einmalig ist.

Vorderste Frau am Ruder seit 2010

Seit 2010 ist Andrea Hüster, die alle nur Tina nennen, vorderste Frau am Ruder der Werdener Kult-Gaststätte. Die Halb-Italienerin gestikuliert wild, lacht breit und kann gar nicht aufhören, von „ihrer“ Arche zu schwärmen. Die 29-Jährige kommt aus der Gastronomie, half schon als Kind immer in den Eis-Cafés ihres Onkels aus, wie dem Il Gelato an der Steeler Straße. Ihr Bruder führt den „Kamin“, ein Restaurant in direkter Nachbarschaft zur Arche.

Unzählige Schwarz-Weiß-Fotografien

Obwohl die Kneipe ihren ursprünglichen Schiffercharme beibehalten hat, krempelte Hüster die verschachtelten Wände mächtig um. Unzählige Schwarz-Weiß-Fotografien mit Stars wie James Dean und Marylin Monroe sind dort aneinandergereiht und „machen ganz schön Arbeit beim Staubputzen“, wie Hüster lachend sagt. Aber für ihr „Baby“, wie sie die Arche nennt, greift die 29-Jährige nur zu gerne zum Staubtuch.

Gleiches gilt für die außergewöhnlichen Einrichtungsgegenstände: Neben dem Fahrrad an der Decke lassen sich zahlreiche Musikinstrumente wie ein alter Bass bewundern, die Stammgäste der Arche schenkten.

Spiegelbild internationaler Kneipen-Tradition

Denn es sind vor allem Studenten der Folkwang-Uni, die am Klemensborn ihr zweites Wohnzimmer gefunden haben. Ab und an kommt es zu spontanen Live-Sessions in den Kajüten, den kleinen Sitzecken, die um die schiffsförmige Theke angeordnet sind.

Dazu serviert werden die Spezialitäten der Arche, ein Spiegelbild internationaler Kneipen-Tradition: Ob italienischer Espresso, gezapftes irisches Guiness, amerikanische Burger, holländische Pfannkuchen oder das typische Essener Herrengedeck Samtkragen.

Alteingesessene Werdener und internationales Publikum

„Zu uns kommen viele alteingesessene Werdener genau wie internationales Publikum von der Uni. Das ist eine spannende Mischung“, findet Hüster. Wie das ältere Pärchen, dass sich regelmäßig beim Bier streitet und deswegen nur das Kino-Paar genannt wird. Oder das Stimmen-Wirrwarr aus englisch und deutsch, das sich jeden Abend über den alten Eichen erhebt. Wer weiß, wie viel Seemannsgarn sie schon gehört haben.

 
 

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