Essen

Apotheker-Prozess: Überraschende Entscheidung der Verteidigung von Peter S.

Apotheker Peter S. will sich vorerst nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern.
Apotheker Peter S. will sich vorerst nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern.
Foto: dpa
  • Apotheker Peter S. will sich vorerst nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern
  • Er beklagt einen Indizienprozess
  • Verteidigung stellt überraschend keinen Befangenheitsantrag

Essen. Der angeklagte Bottroper Apotheker Peter S. hat sich entschieden, vorerst zu schweigen. Beim zweiten Prozesstag am Dienstag verkündeten seine Anwälte im „Opening Statement“, dass er sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern will. Seine Anwälte beklagten eine Vorverurteilung durch die Medien. Der Prozess gegen S. beruhe außerdem auf reinen Indizien.

Außerdem entschieden sich die Anwälte von Peter S., keinen Befangenheitsantrag gegen einen der Schöffen zu stellen. Die Frau des Schöffen leidet an Krebs. Beobachter hatten deshalb mit einem Befangenheitsantrag gerechnet. Das hätte den ganzen Prozess wohl vorerst platzen lassen.

Laut Anklage ist ein Schaden von 56 Millionen Euro entstanden

In einem der spektakulärsten Medizin-Skandale der vergangenen Jahre steht Peter S. seit Montag in Essen vor Gericht, weil er massenhaft Krebsmedikamente gepanscht haben soll. Mindestens 1000 Krebskranke sollen betroffen sein, allein den gesetzlichen Krankenkassen soll laut Anklage ein Schaden von 56 Millionen Euro entstanden sein.

Der mutmaßliche Medikamentenskandal war von zwei Mitarbeitern des Apothekers aufgedeckt worden. Sie hatten sich über einen Anwalt an die Staatsanwaltschaft gewandt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte von Bund und Ländern, Schwerpunktapotheken für Krebsmedikamente schärfer zu kontrollieren.

(mit dpa)

 
 

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