Anwohner bremsen auf der Heßlerstraße die Raser aus

Auf der Heßlerstraße wurde am 9. Mai wild geparkt, damit die Straße verkehrsberuhigter wird.
Auf der Heßlerstraße wurde am 9. Mai wild geparkt, damit die Straße verkehrsberuhigter wird.
Foto: WAZ FotoPool
Mit einer Park-Aktion an der Heßlerstraße erinnern die Nachbarn an ihre Forderung nach einem Tempolimit. Unterstützung gab es von Politikern.

Altenessen.. Das Tempolimit auf der Heßlerstraße soll nicht von der Tagesordnung verschwinden: Das fordern Anwohner des östlichen Endes der vielbefahrenen Straße und blockierten die ungebremste Durchfahrt mit ihren parkenden Pkw. Unterstützung bei der Aktion gab es von der Bürgerliste (BL) Nord und der DKP.

„Bei der Stadt kann man 100 Mal anfragen, aber man bekommt immer die gleiche Antwort: Hier ist alles sicher“, ärgert sich Florian Faßbender, Anwohner des Hauses Heßlerstraße 339. Seine Nachbarin Sabine Jacobsen ergänzt: „Das ,Problem’ ist wohl, dass es hier keine Personenschäden gab. Aber von Blechschäden können wir eine ganze Menge berichten“, sagt sie und erinnert an ein Fahrzeug, das auf der Straße, die hier einen Knick vollführt, geradeaus in einen Zaun am Straßenrand fuhr.

Das östliche Ende der Heßlerstraße, kurz vor der Stadtgrenze Gelsenkirchen, ist tatsächlich eine recht haarige Ecke. Jeweils vor den Hausnummern 333 und 345 verläuft die Straße in Kurven, so dass die Strecke zwischen den Hausnummern für die Fahrzeuge aus Richtung Altenessen wie auch aus Richtung Gelsenkirchen in einer Art totem Winkel liegt. „Und wenn die Autos dann hier hereingeschossen kommen, wird es schnell eng. Wer mehr als 50 km/h fährt hat es schwer, die Kurve zu kriegen“, so Faßbender.

Parkende Autos bremsen den Durchfluss

Das Problem ist alles andere als neu. Seit Jahren wollen die Nachbarn hier ein Tempolimit anstoßen. Im Jahr 2010 bekamen sie eine Antwort der Stadt: An durchgehend Tempo 30 auf der Heßlerstraße, von Karlstraße bis hinter der Emscherstraße gibt es dies bereits, sei nicht zu denken. „Uns wurde aber auch mitgeteilt, dass man mit parkenden Fahrzeugen auf beiden Straßenseiten den ungebremsten Durchfluss ein wenig einbremsen kann“, berichtet Faßbender.

Und das funktioniert tatsächlich, das zeigte schon die erste Aktion im Jahr 2011, und das zeigt sie auch jetzt. Sechs Pkw am Fahrbahnrand in Richtung Altenessen, noch einmal fünf in Richtung Gelsenkirchen, und die Fahrer werden sehr vorsichtig. Begegnungsverkehr wird nicht mehr möglich, es wird nach vorne und hinten rangiert, und wenn zufällig noch ein Bus vorbeikommt, dann ist zunächst einmal Stillstand angesagt.

Großer Teil der Straße ist zu laut

Doch, so viel scheint klar: Aus Sicherheitsgründen wird es auf der Hauptverkehrsstraße keine Tempobremse geben. Allerdings gibt es noch die Lärmschutzkartei der Stadt und die Auflage der EU, Lärmbrennpunkte zu löschen. Ein großer Teil der Heßlerstraße ist in der Kartei lila gekennzeichnet: es ist zu laut. Bezirksvertreter Michael Schwamborn (EBB) war jedoch von der SPD und der Linken mit einem Antrag auf „Tempolimit aufgrund des Lärmschutzes“ im Januar in der Bezirksvertretung V ausgebremst worden. Das ärgerte die Anwohner und die Polit-Kollegen. Bezirksvertreter Bernhard Derks (BL Nord): „Das war reiner Wahlkampf. Wir bleiben dran.“

Auch auf der Ebene des Stadtrates will man das Thema weiter verfolgen. Siw Mammitzsch kandidiert für die DKP für den Stadtrat: „Ich habe hier selbst vier Jahre lang mit Kindern gewohnt. Das berechtigte Anliegen der Anwohner muss weiter verfolgt werden.“

 

EURE FAVORITEN