Essen

Anwohner fürchten sich vor Gewaltszenen am Heinrich-Reisner-Platz in Essen und fordern Videoüberwachung - so reagiert die Polizei

Foto: J.B./ DER WESTEN
  • Anwohner beschweren sich massiv über Gewalt und Drogenexzesse in Essener City
  • Nachbarn finden: „Videoüberwachung könnte uns helfen“
  • Wie läuft die Videoüberwachung am Rheinischen Platz?

Essen. Die Nachbarn und Geschäftsleute am Heinrich-Reisner-Platz sehen tagtäglich Gewaltszenen und Drogenexzesse, wenn sie aus dem Bürofenster schauen. Wie DER WESTEN berichtete haben die Anwohner Angst. „Die Zustände sind untragbar,“ sagen Mitarbeiter vom ansässigen Institut „Haus der Technik“ (HDT).

Nach intensiven Beschwerden bei Stadt und Polizei wünschen sie sich eine Videoüberwachung des Platzes.

Rheinischer Platz seit Januar 2017 videoüberwacht

Der Rheinische Platz im Norden der Essener Innenstadt gehört zu den Bereichen, die die Essener Polizei als „verrufen“ eingestuft hat. An diesen Orten kann die Polizei leichter Personenkontrollen durchführen und hat mehr Befugnisse.

Eigentlich müssen sich Bürger nur ausweisen, wenn ein konkreter Anlass besteht: Die dortige Videoüberwachung ermöglicht ihnen mehr Amtsbefugnisse.

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„Videoüberwachung wie am Rheinischen Platz würde uns helfen“

Seit einem Jahr wird der Rheinische Platz mit mobilen Kameras überwacht. „Wenn die Videoüberwachung so besetzt ist wie am Rheinischen Platz, würde uns das auf jeden Fall helfen,“ so eine langjährige Mitarbeiterin des HDT.

Auch ein Ausleuchten des Heinrich-Reisner-Platzes könnte zwielichtige Gestalten am Abend aus den dunklen Ecken vertreiben, glaubt ein weiterer Mitarbeiter. Es müsse jedenfalls gehandelt werden, um Drogen- und Gewalttaten einzudämmen.

Kann die Ausweitung von Videoüberwachung helfen?

Christoph Wickhorst, Pressesprecher der Essener Polizei, schätzt die Videoüberwachung am Rheinischen Platz als „grundsätzlich gutes Mittel“ ein. Jedoch prüfe die Essener Polizei momentan noch genau, welche Erfolge die Videoüberwachung am Rheinischen-Platz bewirkt hat. „Straftaten in bestimmten Bereichen sind teilweise zurückgegangen, aber andere sind auch neu dazu gekommen.“

„Bevölkerung nimmt Videokameras als Mittel gut auf“

Weil die Polizei jetzt bessere Einblicke habe, gäbe es auch neue Erkenntnisse, was bisher unbekannte Delikte angeht. Auch die Beschwerdeverfahren in diesem Bereich der Stadt seien zurückgegangen.

„Die Bevölkerung nimmt die Videokameras gut auf“, so Wickhorst. Jedoch seien Videokameras nur ein Baustein von vielen, um Straftaten an gefährlichen Orten zu verringern.

Essener Polizei: Heinrich-Reisner Platz noch kein „gefährlicher Ort“

Den aktuellen Beschwerden über die Zustände am Heinrich-Reisner-Platz würde die Essener Polizei ebenfalls nachkommen.

„Wir prüfen alle Beschwerden und müssen auch weitergehend überprüfen, ob eine Ausweitung der als gefährlich geltenden Orten nötig ist - auch am Heinrich-Reisner-Platz,“ so der Polizeisprecher. Nur, wenn ein Platz dementsprechend deklariert sei, wäre eine Videoüberwachung überhaupt möglich, sagt Wickhorst. Derzeit prüfe die Polizei noch, ob generell in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs Kameras installiert werden sollen, jedoch nicht speziell am Heinrich-Reisner-Platz.

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