Antifa-Demo gegen Neonazi-Laden Oseberg in Essener City

Demonstration gegen den Laden "Oseberg" im September 2013.
Demonstration gegen den Laden "Oseberg" im September 2013.
Foto: WAZ FotoPool
Antifaschistische Gruppen haben eine Demonstration gegen das Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße in der Essener Nordcity angekündigt. Die Kundgebung soll am Samstag, 5. April, stattfinden. In dem Laden wird die bei Neonazis und Rechtsradikalen beliebte Bekleidungsmarke "Thor Steinar" verkauft.

Essen. Die antifaschistischen Gruppen aus Essen und Umgebung planen eine Kundgebung gegen das Neonazi-Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße im Norden der Essener Innenstadt. Unter dem Motto “Nazis das Geschäft versauen! Oseberg dichtmachen!” soll die Demonstration am Samstag, 5. April, ab 13 Uhr an der Viehofer Straße stattfinden.

Anlass für die Demonstration ist der fünfte Jahrestag der Eröffnung des Bekleidungsgeschäfts "Oseberg". In dem Laden wird die Marke "Thor Steinar" verkauft, ein Erkennungszeichen der rechten Szene. In einigen Fußballstadien oder im Bundestag ist die Marke verboten. "Auf vielen Thor-Steinar-Kleidungsstücken finden sich Symbole nordisch-völkischer Mythologie, NS-Ideologie und Kolonialismus. Die offen neonazistischen Betreiber der Marke rufen unverkennbar zu Gewalt gegen Antifaschisten auf", so die Veranstalter der Demonstration.

Anlaufpunkt für Rechtsradikale und Neonazis aus ganz NRW

Das Geschäft ist Anlaufpunkt für Rechtsradikale und Neonazis aus ganz Nordrhein-Westfalen. Inhaber ist die Firma MediaTex mit Sitz im brandenburgischen Mittenwalde, die bundesweit insgesamt zwölf "Thor-Steinar-Läden" – mit Schwerpunkt in Nord- und Ostdeutschland – betreibt.

"Der Oseberg-Laden ist der erste und nach wie vor einzige 'Thor-Steinar-Laden' in NRW und leistet einen gefährlichen Anteil zur Normalisierung von rechtsextremen Symbolen in der Öffentlichkeit", so Simon Klostermann, Sprecher des Antifa-Cafés: “Wir werden diesen Nazi-Laden nicht in Ruhe lassen und werden weiterhin protestieren und dafür kämpfen, dass der Laden endlich verschwindet. Mit der Kundgebung möchten wir auch die öffentliche Debatte um den Laden wiederbeleben." Es dürfe nicht zur Normalität werden, dass Neonazis offen und in aller Ruhe Geschäfte machen.

Unbekannte beschmierten Außenfassade mit rosa Farbe

Ärger gab es zudem um den Mietvertrag: Der Vermieter hatte in der Vergangenheit schon mit einer Räumungsklage versucht, MediaTex loszuwerden. Doch MediaTex konnte durch eine Klausel den Vertrag einseitig um fünf Jahre bis 2019 verlängern.

Zuletzt war das Geschäft Mitte März in die Schlagzeilen geraten: Unbekannte hatten die Außenfassade mitten in der Nacht mit rosa Farbe beschmiert. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf.