Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen: Polizei räumt Fehler ein

Am 16. April detonierte eine Bombe am Sikh-Tempel in Essen.
Am 16. April detonierte eine Bombe am Sikh-Tempel in Essen.
Foto: Funke Foto Services
  • Gelsenkirchener Polizei räumt einen Monat nach Tempelanschlag in Essen Versäumnisse ein
  • Schule hatte einen Tatverdächtigen der Polizei gemeldet, die Behörde reagierte nur mit Verhaltensregeln
  • Polizei: „Aus heutiger Sicht war unsere Reaktion nicht konsequent genug.“

Essen. Über einen Monat nach dem Bombenanschlag auf den Sikh-Tempel mit drei Verletzten an der Bersonstraße in Essen hat die Polizei Gelsenkirchen Fehler eingeräumt – zumindest was den Umgang mit einem der beiden mutmaßlichen Terroristen Yussuf T. angeht: Trotz eines Hinweises des Leiters einer Realschule in Gelsenkirchen-Hassel im Januar dieses Jahres, dass der 16-jährige Mitschülern angeblich ein Video von der Detonation eines Polenböllers gezeigt habe, wurden von der Polizei keine Maßnahmen gegen den Jugendlichen eingeleitet, hieß es am Montag seitens der Gelsenkirchener Behörde: „Aus heutiger Sicht war unsere Reaktion nicht konsequent genug.“

Anstatt die Justiz einzuschalten, wurden laut Polizei lediglich Verhaltensregeln mit der Schulleitung vereinbart. Diese Entscheidung schien zum damaligen Zeitpunkt vertretbar, so die Polizei, „ist jedoch im Rückblick falsch gewesen“. Die Behörde kündigte eine interne Aufarbeitung der Versäumnisse an.

Zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger in U-Haft

Nach Informationen des WDR-Nachrichtenmagazins „Westpol“ sollen die Ermittler bereits kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres das Kinderzimmer des verdächtigen Yussuf T. durchsucht haben. Sichergestellt wurde dabei aber nicht das Handy, mit dem der 16-Jährige seinen Mitschülern kurze Zeit später die Explosion gezeigt haben soll. Wie berichtet, hatten die Ermittler erst nach dem Bombenanschlag auf den Sikh-Tempel Videoaufnahmen einer Probesprengung bei Mohammed B., dem zweiten Verdächtigen aus Altendorf, sichergestellt. Die beiden 16-Jährigen und ein 17 Jahre alte mutmaßlicher Anstifter aus Schermbeck sitzen in Untersuchungshaft. (j.m.)

 
 

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