Anlieger sollen Platz mitplanen

Foto: WAZ FotoPool

Frohnhausen..  Die Ideen von Stadtplanern kollidieren manchmal mit den Interessen der Anlieger und Bürger. Was Planer als „zu beseitigendes Problem“ ansehen, wirkt bei den Nachbarn oft nicht so. „Es gibt kein Parkproblem“, hörten drei Studenten, die ihre Ideen für einen verbesserten Frohnhauser Platz vorstellten. Mit anderen Vorschlägen stießen sie allerdings auf Begeisterung bei den Anliegern und Marktbesuchern. Um Kosten zu sparen, reichten schon kleine Veränderungen, die die erwünschte Wirkung brächten, erklärten die angehenden Stadtplaner der Universität Duisburg-Essen.

„Der Frohnhauser Platz – Der Park – Der Markt – Die Straßen – Sozialraum und Nahversorgung für Frohnhauser Quartiere“ lautete das Thema für die Arbeit der entwurfsfreudigen Studenten. Heute gehöre zu diesem Studiengang eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die sich mit Ursachen und Wirkung verschiedener Ansätze auseinander setze. Vor allem sei wichtig, die Bürger bei den angestrebten Veränderungen vor ihren Haustüren zu beteiligen. Damit wachse die Akzeptanz für Veränderungen.

Dass die Frohnhauser bei der Neugestaltung ihres Frohnhauser Platzes mitreden wollen, machten sie bei einer Diskussion mit den Studenten über deren Vorschläge deutlich. „Mehr Flächen auf dem Platz für parkende Autos an Markttagen brauchen wir nicht“, erklärte ein Marktbesucher. Er finde in kurzer Zeit immer einen Parkplatz in der Umgebung.

Die Größe eines Fußballfeldes

Was sich auf dem Platz an der Mülheimer Straße – er hat die Größe eines Fußballfeldes – verbessern kann, sei in Ansätzen bereits in der Nachbarschaft erkennbar. Die Neugestaltung des Ehrenzeller Platzes in Altendorf sieht das Studententrio „als gelungen“ an. Dort existiere einerseits ein Gebäude für Marktstände und Spielgeräte. Andererseits bestehe dort ein Café mit einer öffentlichen Toilette. „Das sind alles Dinge, die auch Marktbesucher in Frohnhausen vermissen“, beschreibt Lydia Steinhauser.

„Wer soll denn so ein Café betreiben? Die Verdienstmöglichkeiten sind nicht die Besten“, warf eine Frohnhauserin ein. Die Antwort darauf zu finden, gehörte nicht zu den Aufgaben der Studenten. Aber auch dafür gäbe es Modelllösungen in anderen Stadtteilen.

„Der Frohnhauser Platz bietet dazu den Vorteil, gleich nebenan einen Park zu haben. Platz und Park über eine neue Geh- und Sichtachse miteinander zu verbinden, das verbessert die Lebensqualität im Quartier“, fügt Timo Elliott hinzu. Frohnhausen habe Grünbereiche, „die mehr im Ortsbild hervorgehoben“ werden müssten.

„Bei einem Fest auf den Platz können sich Eltern mit kleinen Kindern in die Grünanlage zurückziehen, ohne das Geschehen aus den Augen zu verlieren“, beschreibt Markus Wahrheit.

In eineinhalb Jahren könnte genug Geld in der Stadtkasse sein, um die Vorschläge der Studenten mit Ergänzungen aus der Nachbarschaft zu verwirklichen.

 
 

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