Angriff auf Osmanen-Rocker: Polizei hat Hell’s Angels Turkey im Visier

Die Blutlachen auf dem Bürgersteig der Mülheimer Straße waren nach der brutalen Attacke auf ein Mitglied der „Osmanen Germany“ auch gestern noch deutlich zu sehen. Nicht nur das bringt Anwohner auf die Barrikaden. Foto:Socrates Tassos
Die Blutlachen auf dem Bürgersteig der Mülheimer Straße waren nach der brutalen Attacke auf ein Mitglied der „Osmanen Germany“ auch gestern noch deutlich zu sehen. Nicht nur das bringt Anwohner auf die Barrikaden. Foto:Socrates Tassos
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  • Das Blut klebt immer noch auf dem Bürgersteig der Mülheimer Straße
  • Kinder sehen die Lachen auf dem Weg zu ihrer Schule
  • Rechtanwältin regt sich auf: „Das kann doch nicht sein.“

Essen. Zwei Tage ist es her, dass ein 40-Jähriger in Frohnhausen durch einen Stich ins Bein schwer verletzt worden ist. Das Blut des Mitglieds des selbst ernannten Boxerclubs „Osmanen Germany“ klebt immer noch auf dem Bürgersteig der Mülheimer Straße, während die Polizei nach dem Täter fahndet und einen Streit im Rockermilieu als Grund für die gewaltsame Auseinandersetzung vermutet.

Am Osterwochenende hatte das Auftreten der Osmanen für Irritationen gesorgt

Gestern bestätigte die Behörde weitergehende Informationen dieser Zeitung, wonach der mutmaßliche Kontrahent des „Osmanen“ aus den Reihen der Rockerorganisation „Hell’s Angels Turkey“ kommen soll, deren Mitglieder in der Vergangenheit häufiger von Anwohnern im Stadtteil gesichtet wurden (wir berichteten). „Die Ermittlungen gehen in diese Richtung“, sagt Polizeisprecherin Tanja Hagelüken auf Nachfrage.

Dass das Opfer und sein Kontrahent sich von Kindesbeinen an kennen, den selben Kindergarten und die selbe Schule besucht haben sollen, inzwischen aber womöglich rivalisierenden Vereinigungen angehören, will Hagelüken mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.

Rocker bereiten Sorge

Derweil beobachten viele Frohnhauser die sichtbare Präsenz der Rocker vor allem im nördlichen Teil der Mülheimer Straße mit zunehmender Sorge. Zuletzt hatte das massive Auftreten von Kuttenträgern der „Osmanen Germania“ am Osterwochenende für Irritationen gesorgt. Nach Erkenntnissen der Polizei feierten die Mitglieder über zwei Tage den Geburtstag eines der Ihren und die Inthronisation eines Clubpräsidenten vor und in einer Shisha-Bar, wo es vor drei Tagen zu der Messerattacke kam. Auch wenn bislang keine Übergriffe außerhalb der Szene aktenkundig geworden sind, fürchten die Bürger ein schlechtes Image für ihren Stadtteil, in dem, wie einige in Gesprächen mit dieser Zeitung betonen, bislang meist ein gutes Klima herrschte.

Während mancher einen blutigen Angriff auf offener Straße mit dem Verweis „so lange die das unter sich ausmachen...“ noch gelassen hinnimmt, bringt ein solcher Vorfall andere auf die Barrikaden. Die ansässige Rechtsanwältin Anika Nowak jedenfalls will nicht weiter tatenlos zusehen und sich mit Gleichgesinnten zusammentun, um zu überlegen, was sie gegen die aus ihrer Sicht alarmierende Entwicklung unternehmen könnten.

Vieles haben die Bürger schon getan, um das Quartier rund um den Markt aufzuhübschen. Leuchtendes und jüngstes Beispiel sind die umhäkelten Poller und Laternen auf dem zentralen Platz. Viel bunte Wolle soll für eine freundlichere und auch kindgerechtere Atmosphäre sorgen. Dazu steht die Gewalttat vom Montagabend wohl nicht nur für Anika Nowak in einem allzu schrillen Kontrast: „Meine Tochter muss seit zwei Tagen über einen blutverschmierten Gehweg zur Schule laufen. Das kann doch nicht sein.“

 
 

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