Andreas Bomheuer: „Ein Sturm im Wasserglas“

Pascal Hesse
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Das Konzert des umstrittenen kroatischen Sängers Marko Perkovic alias Thompson blieb am Samstagabend in der Eissporthalle ohne Vorkommnisse.

Essen.  Rechte Skinheads, Kriegsveteranen und pöbelnde Fans – Kultur- und Integrationsdezernent Andreas Bomheuer hat angesichts der Debatte um den umstrittenen kroatischen Pop-Sänger Marko Perkovic alias Thompson viel erwartet – nicht aber das, was ihm das Konzert am Samstagabend in der Eissporthalle geboten hat: Familien mit Kindern kamen, dazu Jugendliche mit Kroatien-Fahnen, Vertreter der kroatischen Gemeinde aus Aachen und einige Rentner, die es sich bei den Vorbands von Ante Tokić und Mato Blažević am Biertisch gemütlich machten.

An die 2500 Besucher waren’s insgesamt – aus Deutschland und den Benelux-Ländern. Viele führten die rot-weiß-blaue kroatischen Fahne mit sich.

„Es war ein Sturm im Wasserglas“, betont Bomheuer, der beim Konzert vor Ort war – mit Samir Fetic, Vorsitzender im Integrati­onsrat. Zusammen mit seinem Bruder hat der Bosnier die Liedtexte von „Thompson“, benannt nach dem Maschinengewehr, mit dem

Perkovic vor rund 25 Jahren im Jugoslawien-Krieg kämpfte, vorher übersetzt und überprüft. „Alles okay“, so Fetic. Einzig die Zugabe wollte man von städtischer Seite nicht zulassen – das Lied, mit dem Perkovic damals in kroatischen Soldatenkreisen berühmt wurde. Fetic: „Es handelt vom Krieg ge­gen Serbien und ist nichts, was ins Konzert gehört.“ Perkovic, dem die Berliner Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ rechtsradikales und menschenverachtendes Gedankengut vorwirft, kooperierte – und gab sich in Essen handzahm.

Der Einsatzleiter der Polizei meldete „keine besondere Vorkommnisse“ und schickte vorm Konzert den Mannschaftswagen zurück. Er war nicht notwendig.